Raspberry Pi 4, 5 oder Zero? Welches Modell passt — und was du zum Start brauchst.
Mehr lesen
Modell-Vergleich
Modell
RAM
Einsatz
Preis (ca.)
Pi 5
4/8 GB
Desktop, Server, KI
60–90 €
Pi 4
2/4/8 GB
Allrounder, bewährt
40–75 €
Pi Zero 2 W
512 MB
IoT, kleine Projekte
20 €
Pi 400
4 GB
Desktop-Ersatz (Tastatur)
80 €
Zubehör zum Start
microSD-Karte (mindestens 32 GB, Class 10 / A2)
Netzteil (USB-C, 5V/3A für Pi 4/5)
Gehäuse (mit Lüfter oder passiver Kühlung)
HDMI-Kabel (Micro-HDMI bei Pi 4/5)
Raspberry Pi OS installieren
Raspberry Pi Imager herunterladen und starten
Betriebssystem wählen (Raspberry Pi OS empfohlen)
Zahnrad-Icon: Hostname, WLAN, SSH und Benutzer konfigurieren
SD-Karte beschreiben → einsetzen → starten
Tipp: SSH direkt im Imager aktivieren — dann kannst du den Pi "headless" (ohne Monitor) einrichten.
Netzwerk
Einsteiger
Pi-hole: Werbeblocker fürs Netzwerk
Werbung und Tracker auf allen Geräten blockieren — ohne Software auf jedem Gerät.
Mehr lesen
Was ist Pi-hole?
Pi-hole ist ein DNS-basierter Werbeblocker. Alle Geräte im Netzwerk nutzen den Pi als DNS-Server — Werbung wird direkt geblockt, bevor sie geladen wird.
Installation (ein Befehl)
curl -sSL https://install.pi-hole.net | bash
Hinweis:curl | bash führt ein Skript direkt aus dem Internet aus. Prüfe bei Bedenken den Quellcode vorher unter github.com/pi-hole.
Der Installer führt durch alle Schritte. Am Ende wird ein Passwort für das Web-Interface angezeigt.
Sicherheit: Dieser Installer wird direkt aus dem Internet ausgeführt. Vertraue nur der offiziellen Quelle — oder lade das Skript erst herunter und sieh es dir an, bevor du es ausführst.
Nach der Installation: Web-Interface unter http://IP-DES-PI (Standard-Login: admin / openmediavault).
sudo mysql -u root
CREATE DATABASE nextcloud;
CREATE USER 'ncuser'@'localhost' IDENTIFIED BY 'HIER_EIGENES_SICHERES_PASSWORT';
GRANT ALL ON nextcloud.* TO 'ncuser'@'localhost';
FLUSH PRIVILEGES;
EXIT;
Nextcloud herunterladen
cd /var/www/
sudo wget https://download.nextcloud.com/server/releases/latest.tar.bz2
sudo tar -xjf latest.tar.bz2
sudo chown -R www-data:www-data nextcloud/
from gpiozero import OutputDevice
from time import sleep
relais = OutputDevice(18) # GPIO 18
relais.on() # Gerät einschalten
sleep(5)
relais.off() # Gerät ausschalten
Wichtig: GPIO-Pins arbeiten mit 3.3V, nicht 5V! Falsche Spannung kann den Pi beschädigen. Immer Vorwiderstände für LEDs verwenden.
DevOps
Profi
Pi Cluster & K3s
Kubernetes auf ARM — einen Mini-Cluster mit mehreren Pis aufbauen und mit kubectl verwalten.
Mehr lesen
Was brauchst du?
Mindestens 2 Raspberry Pis (3B+, 4 oder 5)
Ethernet-Switch und Kabel (WLAN ist zu instabil)
Raspberry Pi OS Lite auf allen Pis
Cluster-Gehäuse oder Stapelhalterungen
K3s installieren (leichtgewichtiges Kubernetes)
Master-Node:
curl -sfL https://get.k3s.io | sh -
Sicherheit: Dieser Installer wird direkt aus dem Internet ausgeführt. Vertraue nur der offiziellen Quelle — oder lade das Skript erst herunter und sieh es dir an, bevor du es ausführst.
Token auslesen:
sudo cat /var/lib/rancher/k3s/server/node-token
Worker-Nodes:
curl -sfL https://get.k3s.io | K3S_URL=https://MASTER-IP:6443 \
K3S_TOKEN=DEIN-TOKEN sh -
Neuen Benutzer erstellen und Standard-User entfernen:
# Neuen Admin-User anlegen
sudo adduser meinadmin
sudo usermod -aG sudo meinadmin
# Als neuer User einloggen, dann pi löschen
sudo deluser --remove-home pi
Auf eigene Gefahr:deluser --remove-home pi löscht den Benutzer pi samt Home-Verzeichnis unwiderruflich. Logge dich vorher als neuer Admin-User ein und prüfe, dass dessen sudo-Zugang wirklich funktioniert — sonst sperrst du dich aus.
Add-ons → Aus Repository installieren → Skins → Confluence oder Estuary (Standard)
Wichtig: Nur offizielle Kodi-Add-ons aus dem Kodi-Repository verwenden. Drittanbieter-Add-ons können Sicherheitsrisiken bergen und sind häufig illegal.
Projekt
Profi
NordVPN mit WLAN-Hotspot & Firewall
Raspberry Pi als VPN-geschützten WLAN-Router einrichten — alle verbundenen Geräte automatisch über VPN.
Mehr lesen
Auf eigene Gefahr: Fehlerhafte iptables-/Routing-Regeln können dich vom Pi aussperren oder dein Heimnetz ungewollt exponieren. Halte einen lokalen Zugang (Tastatur/Monitor) am Pi bereit und teste jede Regel, bevor du dich darauf verlässt.
1. Voraussetzungen
Raspberry Pi mit Ethernet und WLAN
Ethernet = Internet (vom Router), WLAN = Hotspot für Geräte
Raspberry Pi OS installiert und aktualisiert
2. NordVPN installieren
sh <(curl -sSf https://downloads.nordcdn.com/apps/linux/install.sh)
nordvpn login
nordvpn connect
nordvpn set autoconnect on
Sicherheit: Dieser Installer wird direkt aus dem Internet ausgeführt. Vertraue nur der offiziellen Quelle — oder lade das Skript erst herunter und sieh es dir an, bevor du es ausführst.
Ergebnis: Alle Geräte die sich mit dem WLAN "MeinVPN-Hotspot" verbinden, surfen automatisch über den NordVPN-Tunnel.
Firewall
Profi
Raspberry Pi als Firewall & Router (nftables)
Mach aus einem Raspberry Pi mit zweiter Netzwerkkarte einen schlanken Router mit nftables-Firewall — default-drop, NAT und SSH-Härtung inklusive.
Mehr lesen
Auf eigene Gefahr: Eine fehlerhafte Regelreihenfolge sperrt dich sofort per SSH aus — alles auf eigene Gefahr. Halte während der gesamten Einrichtung Tastatur und Monitor am Pi bereit, füge die SSH-Allow-Regel IMMER vor dem default-drop ein und lade neue Rulesets nur über den im Tutorial gezeigten timed-rollback (`sleep 60 && nft flush ruleset`), damit du dich nach 60 Sekunden automatisch wieder befreist.
Überblick & Topologie
Wir bauen einen einfachen Router/Firewall auf Raspberry Pi OS (Bookworm, 64-Bit). Der onboard-Ethernet-Port eth0 wird zum WAN (Richtung deinem bestehenden Router/Internet), der USB-3-Gigabit-Adapter eth1 wird zum LAN für deine Clients. nftables übernimmt Paketfilter und NAT.
Interface
Rolle
Adresse (Beispiel)
eth0
WAN (Uplink)
per DHCP vom Upstream-Router
eth1
LAN (deine Clients)
192.168.50.1/24 statisch
Stecke den USB-Adapter ein und prüfe mit ip -br link, welcher Name (eth1, enxxx…) vergeben wurde. Nutze überall konsequent den echten Namen — bei USB-Adaptern ist das oft ein langer enx<MAC>-Name. Ich verwende hier eth0/eth1 als Platzhalter.
1. LAN-Interface statisch konfigurieren
Raspberry Pi OS Bookworm nutzt NetworkManager. Vergib dem LAN-Adapter eine feste IP, das WAN bleibt auf DHCP:
sudo nmcli con add type ethernet ifname eth1 con-name lan \
ipv4.method manual ipv4.addresses 192.168.50.1/24
sudo nmcli con up lan
ip -br addr # Kontrolle: eth1 trägt jetzt 192.168.50.1/24
2. IP-Forwarding aktivieren
Damit der Pi Pakete zwischen den Interfaces weiterleitet, schalte IPv4-Forwarding dauerhaft ein:
echo 'net.ipv4.ip_forward=1' | sudo tee /etc/sysctl.d/99-router.conf
sudo sysctl --system
sysctl net.ipv4.ip_forward # muss "= 1" liefern
Wichtig ist die Reihenfolge: erst die SSH-Erlaubnis, dann die policy drop. Lege die Datei /etc/nftables.conf an:
#!/usr/sbin/nft -f
flush ruleset
define WAN = "eth0"
define LAN = "eth1"
table inet filter {
chain input {
type filter hook input priority 0; policy drop;
ct state established,related accept
iif "lo" accept
ip protocol icmp accept
# SSH NUR vom LAN zulassen (vor jedem drop!)
iifname $LAN tcp dport 22 accept
# weitere LAN-Dienste (DHCP/DNS), falls du sie auf dem Pi betreibst
iifname $LAN udp dport { 67, 68, 53 } accept
iifname $LAN tcp dport 53 accept
}
chain forward {
type filter hook forward priority 0; policy drop;
ct state established,related accept
# LAN darf raus ins WAN
iifname $LAN oifname $WAN accept
}
chain output {
type filter hook output priority 0; policy accept;
}
}
table inet nat {
chain postrouting {
type nat hook postrouting priority 100; policy accept;
oifname $WAN masquerade
}
}
SSH ist hier bewusst auf iifname $LAN begrenzt — vom WAN aus ist Port 22 dicht. Wenn du den Pi anfangs über das WAN-Interface administrierst, ergänze temporär eine passende Regel, sonst sperrst du dich aus.
5. Mit timed-rollback testen (Aussperr-Schutz)
Lade das Ruleset niemals blind. Starte zuerst eine Sicherung, die nach 60 Sekunden alles wieder freiräumt — bestätigst du innerhalb der Zeit, dass SSH noch geht, brichst du sie ab:
# Notbremse: setzt die Firewall nach 120 s automatisch zurück.
# Sperrst du dich aus, hast du nach spätestens 120 s wieder Zugriff.
( sleep 120 && sudo nft flush ruleset ) &
ROLLBACK=$!
# Regeln laden
sudo nft -f /etc/nftables.conf
# In einer ZWEITEN SSH-Sitzung testen, ob der Zugriff bleibt.
# Wenn ja, Notbremse stoppen (sonst Reset nach 120 s):
kill "$ROLLBACK""
Verlierst du die Verbindung, wartest du 60 Sekunden — die Firewall wird geleert und du kommst wieder rein (notfalls über die direkt angeschlossene Tastatur). Prüfe das geladene Regelwerk mit:
sudo nft list ruleset
6. Regeln persistent machen
Der nftables.service lädt beim Boot genau /etc/nftables.conf. Da unsere Regeln bereits dort liegen, reicht ein Neustart des Dienstes:
sudo systemctl restart nftables
sudo systemctl status nftables # active (exited) = ok
Nach einem Reboot stehen die Regeln automatisch. Änderst du das Ruleset, editiere immer die Datei und teste erneut mit dem timed-rollback aus Schritt 5.
7. SSH härten — damit du den Zugang behältst
Da der Pi jetzt ein Routing-Gerät ist, ist SSH-Härtung Pflicht. Hinterlege zuerst deinen Public Key (ssh-copy-id pi@192.168.50.1), prüfe den Login per Key, und passe dann /etc/ssh/sshd_config.d/99-hardening.conf an:
PermitRootLogin no
PasswordAuthentication no
PubkeyAuthentication yes
# Optional: SSH ausschließlich auf der LAN-IP lauschen
ListenAddress 192.168.50.1
sudo sshd -t # Syntax prüfen, bevor du neu lädst
sudo systemctl reload ssh
Deaktiviere PasswordAuthentication erst, nachdem der Key-Login nachweislich klappt — sonst sperrst du dich aus. Halte für den Notfall die lokale Konsole (Tastatur + Monitor) am Pi bereit.
Optional: DHCP/DNS fürs LAN
Damit LAN-Clients automatisch IPs bekommen, installiere dnsmasq und binde es an eth1 mit Range 192.168.50.50–150 und Gateway/DNS 192.168.50.1. Die nötigen Ports 67/68/53 sind im Ruleset oben bereits für das LAN freigegeben.