Nintendo dreht an der Preisschraube: Die Switch 2 wird in allen wichtigen Märkten teurer. Ab dem 1. September 2026 kostet die Konsole in Europa statt bisher 470 Euro nun 500 Euro – ein Aufschlag von rund 6,4 Prozent. Noch deutlicher fällt die Erhöhung in den USA aus, wo der Preis von 450 auf 500 US-Dollar klettert, was einem Anstieg von über 11 Prozent entspricht. Den stärksten Preisschock erleben jedoch Käufer in Japan: Dort verteuert sich die Switch 2 bereits ab dem 25. Mai von 50.000 Yen auf 60.000 Yen – umgerechnet von etwa 290 auf rund 350 Euro, also ein Aufschlag von satten 20 Prozent.
Japan als Vorreiter, globale Folgen
Die besonders drastische Preisanpassung in Japan ist bemerkenswert, da Nintendo traditionell den Heimatmarkt mit günstigeren Preisen bedient. Dass das Unternehmen ausgerechnet dort am stärksten anzieht, deutet auf erheblichen wirtschaftlichen Druck hin. Als mögliche Ursachen gelten die anhaltende Yen-Schwäche, gestiegene Produktions- und Logistikkosten sowie globale Lieferkettenprobleme, die die gesamte Halbleiter- und Unterhaltungselektronikbranche seit Jahren belasten. Auch ältere Switch-Modelle werden in Japan teurer, und zusätzlich hebt Nintendo die Preise für den Online-Dienst Nintendo Switch Online an – eine Mehrfachbelastung für japanische Spieler.
Fast 20 Millionen verkaufte Konsolen trotz hoher Preise
Trotz der Preiserhöhungen läuft das Geschäft für Nintendo offenbar gut: Das Unternehmen meldet knapp 20 Millionen verkaufte Switch-2-Einheiten. Diese Zahl unterstreicht die nach wie vor starke Nachfrage nach der Hybrid-Konsole und dürfte Nintendo Rückenwind für die Preisanpassungen geben. Zum Vergleich: Die originale Nintendo Switch verkaufte sich in ihrer gesamten Laufzeit über 140 Millionen Mal – die Switch 2 scheint auf einem guten Weg, an diesen Erfolg anzuknüpfen.
Einordnung: Branchentrend oder Nintendo-Sonderweg?
Nintendos Schritt steht nicht im Vakuum. Die gesamte Gaming-Branche kämpft mit steigenden Entwicklungs- und Hardwarekosten. Sony hatte den Preis der PlayStation 5 in mehreren Regionen ebenfalls angehoben, und auch AAA-Spieletitel kosten mittlerweile vielerorts 70 bis 80 Euro statt der früheren 60 Euro. Nintendo bewegt sich also im Einklang mit einem Branchentrend, auch wenn die Erhöhungen – insbesondere in Japan und den USA – für Verbraucher schmerzhaft sind.
Für Spielerinnen und Spieler, die noch keine Switch 2 besitzen, bedeutet dies: Wer vor dem 1. September 2026 zugreift, spart in Europa immerhin 30 Euro. Angesichts der starken Verkaufszahlen und des weiterhin attraktiven Spieleangebots dürfte Nintendo jedoch auch zum höheren Preis keine Absatzprobleme befürchten müssen. Die Frage bleibt, ob weitere Erhöhungen folgen werden – oder ob Nintendo mit diesem Schritt vorerst die Grenze des Marktverträglichen auslotet.
Quellen: Heise Online · Golem.de