ZAIOS.NETBlogBetriebssysteme
18. Mai 2026 2 Min. Lesezeit

Windows 11: Microsoft bringt flexible Taskleiste nach fast 4 Jahren zurück

Nach jahrelanger Kritik testet Microsoft in Windows 11 endlich wieder eine frei positionierbare Taskleiste und ein anpassbares Startmenü.

Es ist eine der meistgewünschten Funktionen seit dem Launch von Windows 11 im Oktober 2021 – und Microsoft hat sie jahrelang ignoriert: die Möglichkeit, die Taskleiste an eine beliebige Bildschirmkante zu verschieben. Nun, fast vier Jahre später, taucht das Feature endlich in einer neuen Windows Insider Preview auf und markiert damit einen wichtigen Schritt zurück zu mehr Nutzerfreiheit.

Was Windows 11 beim Start verloren hatte

Als Windows 11 erschien, lobten viele Beobachter das frische Design mit abgerundeten Ecken und einem Hauch Transparenz – eine willkommene Abkehr vom flachen, kantigen Erscheinungsbild der Windows-8- und Windows-10-Ära. Doch die überarbeitete Taskleiste und das neue Startmenü brachten erhebliche funktionale Rückschritte mit sich. Besonders schmerzhaft: Die Taskleiste ließ sich nur noch am unteren Bildschirmrand platzieren. Wer sie in Windows 10 gewohnt war, oben, links oder rechts zu positionieren, stand plötzlich vor einer gesperrten Oberfläche. Microsoft begründete dies damals mit technischen Vereinfachungen – für viele Power-User war das schlicht inakzeptabel.

Was der neue Insider-Build bringt

Mit dem Windows Insider Preview Build 26300.8493, der im sogenannten Experimental Channel ausgerollt wird, ändert sich das grundlegend. Die Taskleiste kann nun wieder an allen vier Bildschirmkanten platziert werden – unten, oben, links oder rechts. Darüber hinaus führt Microsoft eine kleinere Taskleisten-Variante ein: Aktiviert man den „Small Taskbar"-Modus, schrumpfen die Icons, die Leiste wird schmaler, und Anwendungen gewinnen mehr vertikalen Platz auf dem Bildschirm. Besonders praktisch: Ein Neustart oder Abmelden ist für die Änderungen nicht erforderlich.

Auch das Startmenü soll stärker personalisierbar werden. Microsoft arbeitet laut dem begleitenden Blogbeitrag daran, die Konfigurationsmöglichkeiten für beide Elemente deutlich zu erweitern – ganz im Sinne der aktuellen Unternehmensphilosophie, sich auf das solide Fundament von Windows zu konzentrieren, statt immer neue KI-Funktionen aufzusetzen.

Einordnung: Ein Zeichen des Wandels bei Microsoft

Der Schritt ist bemerkenswert, weil er zeigt, dass Microsoft zunehmend auf Nutzerfeedback reagiert – wenn auch mit erheblicher Verzögerung. Drittanbieter-Tools wie ExplorerPatcher oder StartAllBack füllten die Lücke jahrelang und erfreuten sich großer Beliebtheit, weil sie genau das boten, was Microsoft verweigerte. Dass solche Werkzeuge so großen Zuspruch fanden, war ein deutliches Signal, das der Konzern nun offenbar ernst nimmt.

Für Unternehmen und professionelle Anwender, die auf Multi-Monitor-Setups oder vertikale Bildschirmanordnungen setzen, ist die Rückkehr der flexiblen Taskleiste ein echter Mehrwert. Wann die Funktionen den Weg in die stabile Windows-11-Version finden, ist noch offen – der Experimental Channel ist bekannt dafür, Features zu testen, die mitunter noch Monate bis zur breiten Verfügbarkeit brauchen. Dennoch: Die Richtung stimmt.

Quellen: Ars Technica · PC Gamer · BleepingComputer

os-newswindowsmicrosoft