Besitzer älterer Sony-Geräte müssen sich auf einen einschneidenden Verlust einstellen: Der japanische Elektronikriese hat angekündigt, die Netzwerkdienste für eine ganze Reihe älterer Audio- und Videoprodukte zum 17. November 2026 zu deaktivieren. Ab diesem Datum ist der Zugriff auf Streaming-Apps und sämtliche Online-Funktionen auf den betroffenen Geräten nicht mehr möglich – selbst bereits installierte Dienste dürften dann nicht mehr funktionieren. Einen Tag später, am 18. November 2026, werden auch die entsprechenden App-Icons aus den Menüs der betroffenen Geräte entfernt.
Bekannte Dienste betroffen
Die Liste der wegfallenden Dienste liest sich wie ein Who's who der Streaming-Welt: Netflix, Amazon Prime Video, Spotify und Google Cast gehören ebenso dazu wie Pandora, Slacker Radio und Vudu. Für Nutzer, die ihre älteren Sony-Fernseher, Blu-ray-Player oder AV-Receiver noch aktiv als Streaming-Endgeräte einsetzen, bedeutet das einen erheblichen Funktionsverlust. Die Geräte selbst werden zwar weiterhin ihre Kernfunktionen erfüllen – also etwa Discs abspielen oder Audio ausgeben – doch die smarte Vernetzung mit der digitalen Medienwelt endet abrupt.
Ein bekanntes Muster in der Unterhaltungselektronik
Sonys Schritt ist kein Einzelfall, sondern Teil eines branchenweiten Trends. Hersteller von Smart-TVs und vernetzten Audiogeräten sehen sich zunehmend mit dem Problem konfrontiert, dass ältere Hardware die stetig wachsenden technischen Anforderungen moderner Streaming-Plattformen nicht mehr erfüllen kann. Sicherheitsupdates, veränderte API-Standards und neue Verschlüsselungsanforderungen der Inhaltsanbieter machen es für Hersteller aufwendig und kostspielig, den Support für ältere Geräte aufrechtzuerhalten. Samsung, LG und andere Hersteller haben in der Vergangenheit ähnliche Entscheidungen getroffen.
Für Verbraucher stellt sich dabei eine grundlegende Frage: Wie lange ist ein Gerät wirklich „smart"? Wer vor sieben oder acht Jahren einen teuren Sony-Fernseher mit integriertem Netflix kaufte, dürfte sich kaum vorstellen, dass diese Funktion irgendwann einfach abgeschaltet wird – obwohl das Display und die Hardware noch einwandfrei funktionieren. Dieses Konzept der geplanten Software-Obsoleszenz sorgt immer wieder für Unmut unter Verbrauchern und hat in der EU bereits politische Debatten über das Recht auf langfristigen Software-Support angestoßen.
Was betroffene Nutzer tun können
Wer eines der betroffenen Sony-Geräte besitzt und weiterhin auf Streaming-Dienste zugreifen möchte, hat mehrere Optionen. Externe Streaming-Sticks wie der Amazon Fire TV Stick, Google Chromecast oder Apple TV lassen sich an nahezu jeden Fernseher mit HDMI-Anschluss anschließen und ersetzen die weggefallenen integrierten Apps vollständig – oft sogar mit einem besseren Funktionsumfang und regelmäßigeren Updates. Alternativ können Spielekonsolen wie die PlayStation 5 oder Xbox Series X als vollwertige Streaming-Plattformen dienen.
Sony selbst dürfte mit dieser Maßnahme auch einen sanften Kaufanreiz für neuere Geräte setzen, die mit aktuellen Betriebssystemen und langfristigem Update-Versprechen ausgestattet sind. Bis November 2026 bleibt betroffenen Nutzern noch etwas Zeit, sich auf die Änderung einzustellen und gegebenenfalls eine passende Alternative zu finden.
Quellen: stadt-bremerhaven