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26. Mai 2026 2 Min. Lesezeit

Selbstgebaute Drohne knackt 730 km/h – inoffizieller Weltrekord

Ein YouTuber-Duo erreichte mit ihrer 'Blackbird'-Drohne 730 km/h – fast doppelt so schnell wie ein Formel-1-Auto. Der Schlüssel: handgefertigte Sägezahn-Carbonpropeller.

Im Rennen um den Titel der schnellsten Drohne der Welt hat sich ein bemerkenswertes Kapitel geschrieben: Die beiden Hobby-Ingenieure und YouTuber Aidan und Ben haben mit ihrer selbst konstruierten Drohne namens „Blackbird" eine Geschwindigkeit von 453 mph (rund 730 km/h) erreicht – und damit einen inoffiziellen Weltrekord aufgestellt. Zum Vergleich: Ein Formel-1-Rennwagen erreicht im Durchschnitt eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 397 km/h. Die Blackbird ist damit fast doppelt so schnell wie ein F1-Bolide.

Der technologische Kern: Sägezahn-Propeller aus Carbon

Das entscheidende Bauteil hinter diesem Rekord sind handgefertigte Propellerblätter aus Carbonfaser, die mit einer ungewöhnlichen Sägezahn-Vorderkante (englisch: sawtooth leading edge) ausgestattet sind. Diese Geometrie ist aus der Aerodynamik bekannt – ähnliche Strukturen finden sich etwa an Eulenfedern oder modernen Windturbinen, wo sie Turbulenzen reduzieren und den Luftwiderstand minimieren. Kombiniert mit einem aggressiven Anstellwinkel (Pitch) ermöglichen diese Blätter eine deutlich höhere Schubeffizienz bei extremen Drehzahlen. Da die Propeller vollständig in Handarbeit gefertigt wurden, unterstreicht das Projekt, welches Innovationspotenzial auch außerhalb industrieller Forschungslabore steckt.

Rückschlag beim ersten Versuch

Der Weg zum Rekord verlief alles andere als reibungslos. Beim ersten Testlauf verlor die Drohne bei einer Geschwindigkeit von rund 393 mph (ca. 632 km/h) den Funkkontakt zur Steuereinheit und stürzte ab. Solche Verbindungsabbrüche bei Hochgeschwindigkeitsdrohnen sind ein bekanntes Problem: Bei extremen Geschwindigkeiten entstehen durch Luftverwirbelungen und elektromagnetische Interferenzen erhebliche Herausforderungen für die Signalübertragung. Das Team analysierte den Absturz, optimierte das System und schaffte beim zweiten Anlauf den Rekordlauf.

Einordnung in den Wettbewerb um den schnellsten Flugkörper

Das Duo hatte bereits im Dezember 2025 einen eigenen Rekord von 388 mph (626 km/h) aufgestellt – wurde jedoch kurz darauf von einem Vater-Sohn-Team namens Bell übertroffen. Dieser Wettbewerb unter Enthusiasten zeigt, wie dynamisch sich das Feld der Hochleistungsdrohnen entwickelt. Der aktuell offiziell anerkannte Guinness-Weltrekord liegt noch darunter, da der neue Rekordlauf der Blackbird ohne zugelassenen Beobachter stattfand und damit nicht für eine offizielle Anerkennung qualifiziert. Das Team plant offenbar, den Rekord unter offiziellen Bedingungen zu wiederholen.

Bedeutung für die Drohnentechnologie

Abseits des sportlichen Ehrgeizes hat dieser Rekordversuch handfeste technologische Relevanz. Fortschritte bei Hochleistungspropellern, leichten Verbundwerkstoffen und der Signalstabilität bei Hochgeschwindigkeitsflug fließen langfristig in kommerzielle und militärische Drohnenentwicklungen ein. Gerade im Bereich FPV-Racing-Drohnen (First Person View) ist die Community seit Jahren ein Treiber für Miniaturisierung und Leistungsdichte. Dass zwei YouTuber mit handgefertigten Teilen an die Grenzen der Physik stoßen, verdeutlicht, wie zugänglich moderne Fertigungstechnologien wie CNC-Fräsen und Carbonfaser-Laminierung geworden sind – und welche Innovationskraft in der Maker-Szene schlummert.

Quellen: TechRadar · Tom's Hardware

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