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2. Juni 2026 2 Min. Lesezeit

AMD Radeon RX 9070 GRE: Mittelklasse-GPU für 1440p mit Preisproblem

AMDs neue RX 9070 GRE auf Navi-48-Basis zielt auf 1440p-Gaming, kämpft aber mit 12 GB VRAM und einem strittigen Preis von 549 Dollar.

AMD hat zur Computex 2026 die Radeon RX 9070 GRE offiziell für den globalen Markt freigegeben – eine Grafikkarte, die ursprünglich als China-exklusives Modell konzipiert wurde und nun die Lücke zwischen der RX 9060 XT und der regulären RX 9070 schließen soll. Mit einem UVP von 549 US-Dollar positioniert sich die Karte im hart umkämpften Mittelklassesegment, wo sie direkt auf Nvidias GeForce RTX 5060 Ti (16 GB) trifft.

Technische Grundlage: Navi 48 mit Abstrichen

Obwohl die RX 9070 GRE denselben Navi-48-Chip wie die reguläre RX 9070 nutzt, wurden an mehreren Stellen Kompromisse eingegangen. Die Anzahl der Recheneinheiten wurde reduziert, und der Videospeicher beläuft sich auf 12 GByte GDDR6 – gegenüber 16 GByte bei der RTX 5060 Ti. Besonders auffällig ist der Unterschied bei der Speicherbandbreite: Während die RX 9070 stolze 640 GByte/s erreicht, muss sich die GRE-Variante mit 432 GByte/s über ein 192-Bit-Interface begnügen. Der Stromverbrauch bleibt dabei mit 220 Watt TDP auf dem Niveau der Vollausbau-Variante, was das Verhältnis von Leistung zu Verbrauch etwas trübt.

Leistung im Vergleich: Stärken und Schwächen

AMD selbst behauptet, die RX 9070 GRE sei gegenüber der RTX 5060 Ti um mindestens 20 Prozent schneller in Rasterisierungs-Workloads – eine Aussage, die unabhängige Tests weitgehend bestätigen. Für 1080p mit hohen Bildwiederholraten und 1440p-Gaming liefert die Karte solide Ergebnisse. Problematisch wird es jedoch bei Raytracing in 1440p und darüber: Hier macht sich die begrenzte VRAM-Kapazität von 12 GByte spürbar bemerkbar. Nvidia hingegen setzt bei der RTX 5060 Ti auf 16 GByte, wenngleich mit einem schmaleren 128-Bit-Bus – ein anderer Kompromiss, der je nach Spieletitel unterschiedlich stark ins Gewicht fällt.

Auf der Softwareseite profitiert die RX 9070 GRE von AMDs RDNA-4-Architektur und den damit verbundenen Verbesserungen bei FSR 4 sowie dem Machine-Learning-basierten Frame Generation. Allerdings holen Nvidia mit DLSS und Frame Generation in diesem Bereich zunehmend auf – oder haben in manchen Spielen sogar die Nase vorn, was die Verfügbarkeit und Qualität der KI-gestützten Upscaling-Technologien betrifft.

Das eigentliche Problem: Der Preis

Der größte Kritikpunkt der RX 9070 GRE ist ihr Preisschild. Bei 549 Dollar UVP rückt sie gefährlich nah an die überlegene RX 9070 heran, die in vielen Benchmarks deutlich besser abschneidet. Experten sind sich einig: Bei einem Preis von 479 bis 499 Dollar wäre die GRE ein klarer Kauftipp ohne Wenn und Aber – sie würde dann AMDs Versprechen einlösen, mit RDNA 4 echten Druck auf Nvidia auszuüben. So aber bewegt sie sich in einer unbequemen Zone, in der Käufer mit etwas mehr Budget direkt zur regulären RX 9070 greifen könnten.

Dennoch bleibt die RX 9070 GRE für preisbewusste Gamer, die primär auf Rasterleistung setzen und kein aggressives Raytracing betreiben, eine konkurrenzfähige Option gegenüber der RTX 5060 Ti. Wer allerdings auf Multi-Frame-Generation und Nvidias KI-Ökosystem setzt oder häufig speicherhungrige Titel spielt, sollte den Aufpreis zur GeForce-Alternative oder zur stärkeren RX 9070 ernsthaft in Betracht ziehen.

Quellen: Golem.de · Tom's Hardware · PC Gamer

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