Wer das Maximum aus der iPhone-Kamera herausholen möchte, greift häufig zu Drittanbieter-Apps – und Halide gehört seit Jahren zu den ersten Adressen auf iOS. Mit der neuen Version Mark III legt das Entwicklerteam nun ein Update vor, das deutlich über kosmetische Verbesserungen hinausgeht und die App in mehreren Bereichen grundlegend erweitert.
Hollywood-Ästhetik direkt beim Auslösen
Das wohl markanteste neue Feature sind die sogenannten Looks: vorgefertigte Farbprofile, die laut Entwicklern in Zusammenarbeit mit professionellen Hollywood-Coloristen entstanden sind. Das Ziel dahinter ist ambitioniert – Bilder sollen bereits im Moment der Aufnahme eine definierte visuelle Ästhetik mitbringen, ohne dass anschließend aufwendige Nachbearbeitung nötig ist. Für Fotografen, die einen konsistenten Stil anstreben, ist das ein erheblicher Komfortgewinn. Ähnliche Konzepte kennt man zwar aus anderen Kamera-Apps und auch aus Samsungs eigenen Kamera-Anpassungen auf Android, doch die Einbindung von Branchenprofis aus der Filmpostproduktion hebt Halides Ansatz von rein algorithmisch generierten Filtern ab.
Photo Lab: RAW-Bearbeitung ohne Umweg
Neu ist außerdem das integrierte Photo Lab, ein dedizierter Bearbeitungsbereich speziell für RAW-Dateien. Halide erhebt dabei keinen Anspruch darauf, Tools wie Adobe Lightroom zu verdrängen. Vielmehr soll das Photo Lab eine zugänglichere, schnellere Alternative für Nutzer sein, die ihre RAW-Aufnahmen nicht zwingend in eine externe Anwendung exportieren möchten. Gerade für den mobilen Workflow ist das relevant: Wer unterwegs schnell ein Bild fertigstellen will, muss die App nicht mehr verlassen.
Einordnung: Der Markt für iOS-Kamera-Apps
Der Markt für alternative Kamera-Apps auf iOS ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Konkurrenten wie Moment, ProCamera oder Blackmagic Camera buhlen ebenfalls um anspruchsvolle Smartphone-Fotografen. Apples eigene Kamera-App hat sich zwar mit jedem iPhone-Jahrgang verbessert, bietet jedoch weiterhin nur begrenzten manuellen Zugriff auf Belichtungszeit, ISO oder Fokus. Genau diese Lücke füllen Apps wie Halide – und mit Mark III wird der Abstand zur nativen Lösung in puncto Funktionsumfang und Bildqualitätskontrolle erneut größer.
Besonders interessant ist die Entwicklung im Kontext der zunehmenden Rechenleistung moderner iPhones. Der Apple A18-Chip in den aktuellen Modellen erlaubt komplexe Bildverarbeitung in Echtzeit, was Features wie Live-Farbprofile überhaupt erst praktikabel macht. Halide nutzt diese Hardware-Grundlage konsequent aus und zeigt damit, welches Potenzial in der iPhone-Kamera steckt, wenn Entwickler tief in die Plattform eingreifen können.
Für ernsthafte Mobile-Fotografen ist Halide Mark III damit ein klares Upgrade – sowohl für den kreativen Workflow als auch für die technische Kontrolle über jede Aufnahme.
Quellen: stadt-bremerhaven