ZAIOS.NETBlogGaming
6. Juni 2026 2 Min. Lesezeit

GOG-Newsletter mit Nazi-Symbolen: Peinlicher Fauxpas beim CD-Projekt-Store

GOG verschickte einen Newsletter mit SS-Runen und anderen Nazi-Symbolen und entschuldigte sich für eine 'Reihe von Fehlern'.

Der digitale Spieleshop GOG, bekannt als DRM-freie Alternative zu Steam und Teil des CD-Projekt-Konzerns, hat sich nach einem schwerwiegenden Zwischenfall öffentlich entschuldigt: Ein am 5. Juni 2026 versendeter Newsletter enthielt mehrere eindeutig mit dem Nationalsozialismus assoziierte Symbole – darunter das Doppel-S-Zeichen der SS-Schutzstaffel, eine Sonnenrad-Darstellung sowie ein Kolovrat. Besonders das SS-Symbol gilt als eines der bekanntesten und unmissverständlichsten Embleme des NS-Regimes und ist in Deutschland und anderen Ländern strafrechtlich relevant.

Was genau passierte?

Der betreffende Newsletter warb für das Spiel The End of the Sun, ein Fantasy-Abenteuer mit Bezug zur slawischen Mythologie. GOG erklärte in einer Stellungnahme, dass die Symbole durch eine Kombination mehrerer Fehler in den Newsletter gelangt seien: Missverständnisse in der Kommunikation mit dem deutschen QA-Team, inkonsistentes Schrift-Rendering, das die Zeichen anders darstellte als beabsichtigt, sowie Unterbesetzung aufgrund eines Feiertags hätten zusammen zu dem Desaster geführt. Kritiker bemängeln jedoch, dass diese Erklärung vage bleibt und nicht schlüssig darlegt, wie die Symbole überhaupt in das Ausgangsmaterial gelangten.

Technischer Kontext: Font-Rendering als Ausrede?

GOG verwies unter anderem auf inkonsistentes Font-Rendering als einen der Faktoren. In der Tat kann es bei bestimmten Schriftarten vorkommen, dass Ligaturen oder spezielle Zeichen auf verschiedenen Systemen unterschiedlich dargestellt werden. Allerdings handelt es sich beim SS-Runenzeichen um ein derart markantes Symbol, dass ein rein technisches Versagen als alleinige Ursache schwer nachvollziehbar ist. Professionelle Newsletter-Workflows sehen in der Regel mehrere Korrekturschleifen und Vorschauen auf verschiedenen Endgeräten vor – genau um solche Fehler zu verhindern.

Reputationsschaden für GOG und CD Projekt

Für GOG kommt der Vorfall zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der Shop kämpft ohnehin darum, gegenüber dem Marktführer Steam relevante Marktanteile zu halten. GOGs Alleinstellungsmerkmal – DRM-freie Spiele und eine kuratierte Bibliothek – spricht eine treue, aber vergleichsweise kleine Nutzerschaft an. Ein derartiger Fauxpas beschädigt das Vertrauen dieser Community erheblich. CD Projekt, das Mutterunternehmen hinter GOG und der Witcher-Reihe, hat sich zuletzt ohnehin mit Herausforderungen rund um die Reputation auseinandersetzen müssen.

Reaktionen und Einordnung

In der Gaming-Community und in Fachmedien wurde der Vorfall scharf kritisiert. Kommentatoren betonten, dass es sich nicht um eine mehrdeutige Situation handele – die gezeigten Symbole seien eindeutig und für jeden historisch Bewanderten sofort erkennbar. GOG entschuldigte sich für die „unglückliche visuelle Assoziation", was von vielen als verharmlosende Formulierung empfunden wurde.

Der Fall zeigt einmal mehr, wie wichtig sorgfältige redaktionelle Prozesse im digitalen Marketing sind – insbesondere wenn Inhalte mit kulturellen oder historischen Bezügen verarbeitet werden. Für Unternehmen, die internationale Märkte bedienen, sind robuste QA-Prozesse keine optionale Zusatzleistung, sondern eine Grundvoraussetzung.

Quellen: The Verge · PC Gamer

gaming