Von CD/DVD zum ISO & bootbaren USB-Stick
Für Windows, macOS und Linux: aus einer CD/DVD ein ISO-Abbild erstellen und daraus einen bootbaren USB-Stick machen — inkl. Hinweisen für Windows XP.
Wichtig vorab (besonders bei Windows XP)
- Datenverlust auf dem Stick: Beim Erstellen wird der USB-Stick komplett gelöscht. Vorher alles sichern.
- Stick-Größe: Für XP reicht ein 2–8 GB Stick locker.
- XP bootet nicht „von Haus aus" vom USB-Stick: Ein einfaches „ISO draufschreiben" reicht bei XP oft nicht – man braucht ein Tool, das den Stick speziell vorbereitet (z. B. Rufus). Bei Windows 7/10/11 und Linux funktioniert der normale Weg problemlos.
- BIOS/UEFI: XP läuft nur im Legacy/BIOS-Modus (CSM), nicht im reinen UEFI-Modus.
- Sicherheit: Alte Systeme nie ungeschützt ins Internet hängen – am besten in einer virtuellen Maschine betreiben.
Teil 1 – CD/DVD zu ISO
Windows – mit ImgBurn (kostenlos):
- ImgBurn von der offiziellen Seite (imgburn.com) laden und installieren. (Beim Installer Adware/Zusatzangebote abwählen.)
- CD/DVD einlegen, ImgBurn öffnen → „Create image file from disc".
- Bei Source das Laufwerk, bei Destination Speicherort + Dateinamen der
.isowählen. - Auf das große „Read"-Symbol klicken und warten.
macOS – mit dem Festplattendienstprogramm:
- CD/DVD einlegen (externes Laufwerk nötig, falls keins vorhanden), Festplattendienstprogramm öffnen.
- Menü Ablage → Neues Image → Image von [Disc], Format „DVD/CD-Master" → speichern (ergibt eine
.cdr-Datei). - Im Terminal in ein echtes ISO umwandeln:
hdiutil makehybrid -iso -joliet -o ausgabe.iso quelle.cdr
Alternative komplett im Terminal (Gerätenummer prüfen!):
drutil status # zeigt z. B. /dev/disk2
diskutil unmountDisk /dev/disk2
sudo dd if=/dev/disk2 of=~/Desktop/abbild.iso bs=1m
Linux – im Terminal (einfachster Weg):
lsblk # CD/DVD ist oft /dev/sr0
sudo dd if=/dev/sr0 of=~/abbild.iso bs=1M status=progress
Grafisch geht es auch mit Brasero oder GNOME Disks („Laufwerksabbild erstellen").
Teil 2 – Bootbaren USB-Stick aus dem ISO
Windows – mit Rufus (empfohlen, auch für XP):
- Rufus von rufus.ie laden (keine Installation nötig), USB-Stick einstecken.
- In Rufus bei „Laufwerk/Device" den Stick wählen (genau prüfen!).
- „Auswählen/SELECT" → deine
.isowählen. - Partitionsschema: für XP MBR, Zielsystem BIOS (oder UEFI-CSM).
- Dateisystem: NTFS oder FAT32. Dann „Start", Löschwarnung bestätigen, warten.
XP: Rufus bereitet den Stick so vor, dass XP davon booten kann. Trotzdem hakt das XP-Setup manchmal beim USB-Treiber. Zuverlässiger läuft XP oft in einer virtuellen Maschine (VirtualBox/VMware) direkt aus der ISO – dort brauchst du gar keinen Stick.
macOS – im Terminal mit dd (Gerätenummer doppelt prüfen!):
diskutil list # z. B. /dev/disk4
diskutil unmountDisk /dev/disk4
sudo dd if=~/Desktop/abbild.iso of=/dev/rdisk4 bs=1m status=progress
diskutil eject /dev/disk4
Für XP ist macOS+dd nur bedingt geeignet (XP-ISOs sind nicht „dd-bootfähig"); dann lieber Rufus oder eine VM. Grafische Alternative: balenaEtcher.
Linux – im Terminal mit dd:
lsblk # z. B. /dev/sdb (NICHT /dev/sdb1!)
sudo umount /dev/sdb*
sudo dd if=~/abbild.iso of=/dev/sdb bs=4M status=progress conv=fsync
sync
Grafische Alternativen: balenaEtcher, GNOME Disks oder Ventoy (Stick einmal vorbereiten, danach beliebig viele ISOs einfach draufkopieren).
Vom Stick booten
- Stick einstecken, Rechner neu starten.
- Boot-Menü öffnen (oft F12, F11, F9, Esc oder F8 – je nach Hersteller).
- Den USB-Stick als Startgerät wählen.
- Bei XP: im BIOS Legacy/CSM-Boot aktivieren, Secure Boot deaktivieren.
Kurz-Zusammenfassung
| Schritt | Windows | macOS | Linux |
|---|---|---|---|
| CD → ISO | ImgBurn | Festplattendienstprogramm / hdiutil | dd / Brasero |
| ISO → Stick | Rufus | dd / balenaEtcher | dd / Etcher / Ventoy |
Windows XP speziell: Rufus (Windows) oder gleich eine virtuelle Maschine sind am zuverlässigsten – reines dd unter macOS/Linux klappt bei XP oft nicht.