Google dreht erneut an der Preisschraube: YouTube erhöht die Kosten für sein Premium-Abonnement in den USA spürbar. Der individuelle Premium-Plan steigt von bisher 13,99 US-Dollar auf nun 15,99 US-Dollar pro Monat – ein Anstieg von rund 14 Prozent. Wer das Abo mit der Familie teilt, zahlt künftig 26,99 statt 22,99 US-Dollar monatlich. Auch der Familienplan legt damit um fast vier Dollar zu.
Alle Preiserhöhungen im Überblick
Die Anpassungen betreffen nicht nur das Kern-Produkt, sondern das gesamte Premium-Ökosystem. YouTube Music, der hauseigene Streaming-Dienst für Audioinhalte, wird ebenfalls teurer. Der Einzelplan klettert von 10,99 auf 11,99 US-Dollar, der Familienplan von 16,99 auf 18,99 US-Dollar. Selbst der günstigere Lite-Tarif – der zwar Werbung auf den meisten Videos, nicht aber auf Musik und Musikvideos abschaltet – steigt von 7,99 auf 8,99 US-Dollar pro Monat. Bestehende Abonnenten werden laut YouTube mindestens 30 Tage vor der Umstellung per E-Mail informiert.
Gratis-Nutzer trifft es ebenfalls
Wer das Premium-Abo ablehnt und auf die kostenlose Variante setzt, hat es ebenfalls nicht leicht. Nutzer berichten seit einiger Zeit von ungewöhnlich langen, nicht überspringbaren Werbeblöcken – Berichte über 90-sekündige unskippable Ads machten die Runde. YouTube räumte ein, dass es sich dabei zumindest teilweise um einen Bug handelt, der derzeit behoben wird. Ob alle Fälle auf diesen Fehler zurückzuführen sind oder ob längere Werbeunterbrechungen grundsätzlich ausgebaut werden, ließ das Unternehmen offen.
Einordnung: Streaming-Dienste erhöhen flächendeckend die Preise
Die Preiserhöhung bei YouTube reiht sich in einen branchenweiten Trend ein. Netflix, Disney+, Apple TV+ und andere Streaming-Plattformen haben in den vergangenen zwei Jahren ihre Abo-Preise mehrfach angehoben und gleichzeitig günstigere, werbefinanzierte Tarife eingeführt. YouTube verfolgt eine ähnliche Doppelstrategie: Das Premium-Segment wird teurer, während die kostenlose Stufe durch aggressivere Werbung attraktiver für Werbekunden – aber unkomfortabler für Nutzer – wird.
Für Tech-affine Nutzer stellt sich die Frage, ob der Mehrwert von YouTube Premium den gestiegenen Preis rechtfertigt. Das Paket umfasst werbefreies Schauen, Hintergrundwiedergabe auf Mobilgeräten, Downloads für den Offline-Betrieb sowie den vollen Zugang zu YouTube Music. Angesichts der Tatsache, dass YouTube auf vielen Smart-TVs, Spielekonsolen und mobilen Geräten zur meistgenutzten Video-App zählt, dürfte die Preiserhöhung für viele Haushalte dennoch spürbar sein. Google hat die Änderungen bislang nicht in einem offiziellen Blogbeitrag kommuniziert, sondern lediglich per E-Mail an bestehende Abonnenten und durch die aktualisierten Preisseiten für Neukunden.
Quellen: Ars Technica · TechCrunch