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25. Mai 2026 2 Min. Lesezeit

WLAN im Krankenhaus: Teuer, langsam und kein Standard

Eine Verivox-Untersuchung zeigt: Nur 22 von 37 deutschen Unikliniken bieten kostenloses WLAN – der Rest kassiert bis zu 30 Euro pro Woche.

Wer unfreiwillig ins Krankenhaus muss, hat meist schon genug Sorgen. Dass der Internetzugang dort zu einer weiteren Belastung – diesmal finanzieller Natur – werden kann, zeigt eine aktuelle Untersuchung des Vergleichsportals Verivox. Die Analyse der 37 deutschen Unikliniken offenbart ein ernüchterndes Bild: Kostenloses WLAN ist längst kein Standard, sondern eher die Ausnahme.

Flickenteppich statt flächendeckende Versorgung

Lediglich 22 der 37 untersuchten Universitätskliniken stellen ihren Patienten einen kostenlosen WLAN-Zugang zur Verfügung. In den verbleibenden Einrichtungen wird der Internetzugang zur kostenpflichtigen Zusatzleistung – und die Preisunterschiede sind erheblich. Am teuersten kommt es Patienten in der Uniklinik Mainz, die mit den höchsten Tagessätzen aufwartet. Wer eine ganze Woche stationär untergebracht ist, kann dort für den bloßen Internetzugang bis zu 30 Euro berappen. Vergleichsweise moderat zeigt sich dagegen das Angebot in Bielefeld, wo eine Woche Internetzugang mit rund 6 Euro zu Buche schlägt.

Privatpatienten oft bevorzugt

Erschwerend kommt hinzu, dass der Preis in manchen Kliniken auch vom Versichertenstatus abhängt. Privatpatienten erhalten in einigen Häusern bevorzugte Konditionen oder sogar kostenlosen Zugang, während gesetzlich Versicherte zur Kasse gebeten werden. Eine Praxis, die angesichts des allgemeinen Gleichbehandlungsgedankens im Gesundheitswesen durchaus diskussionswürdig ist.

Mobilfunk als Lückenbüßer – mit Tücken

Wer auf das hauseigene WLAN verzichten möchte, weicht häufig auf das Mobilfunknetz aus. Doch gerade in älteren Krankenhausgebäuden mit dicken Betonwänden und teilweise abgeschirmten Bereichen ist die Mobilfunkabdeckung oft mangelhaft. Stationäre Bereiche in Untergeschossen oder abgelegenen Flügeln gehören zu den klassischen Funklöchern – ausgerechnet dort, wo Menschen auf Kommunikation mit Familie und Freunden besonders angewiesen sind.

Digitale Grundversorgung im Gesundheitswesen

Die Diskussion um WLAN in Krankenhäusern ist keine neue, aber sie gewinnt an Relevanz. In einer Zeit, in der Telemedizin, digitale Patientenakten und Videokonsultationen zunehmend Einzug in den Klinikalltag halten, erscheint es paradox, dass der einfachste Internetzugang für Patienten noch immer nicht selbstverständlich ist. Hotels der Mittelklasse bieten seit Jahren kostenloses WLAN als Selbstverständlichkeit an – warum nicht auch Krankenhäuser?

In anderen europäischen Ländern, etwa in den Niederlanden oder Skandinavien, ist kostenfreies Patienten-WLAN in öffentlichen Kliniken weitgehend Standard. Deutschland hingegen hinkt hier hinterher – trotz der laufenden Digitalisierungsoffensive im Gesundheitswesen, für die der Bund in den vergangenen Jahren Milliarden bereitgestellt hat. Die Fördermittel des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) sollten eigentlich die digitale Infrastruktur modernisieren. Dass der Patienten-WLAN-Zugang dabei offenbar keine Priorität genießt, ist ein symptomatisches Zeichen für die Lücke zwischen politischem Anspruch und gelebter Realität im deutschen Gesundheitssystem.

Für Patienten bleibt vorerst die Empfehlung, sich vor einem geplanten Krankenhausaufenthalt über die WLAN-Konditionen der jeweiligen Einrichtung zu informieren – und im Zweifelsfall eine mobile Daten-Flatrate als Backup parat zu haben.

Quellen: stadt-bremerhaven

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