Die Mozilla-Stiftung hat Thunderbird 139 veröffentlicht und damit eines der umfangreichsten Updates der jüngeren Geschichte des Open-Source-Mail-Clients ausgerollt. Im Mittelpunkt stehen zwei lang erwartete Funktionen: Ein von Grund auf neu gestalteter Kalender und die native Anbindung an Microsoft Exchange – ohne Drittanbieter-Addons.
Kalender: Modernes Design trifft auf bessere Performance
Der integrierte Kalender wurde komplett überarbeitet. Die neue Oberfläche orientiert sich an modernen Standards und bietet eine deutlich aufgeräumtere Darstellung von Terminen, Aufgaben und Erinnerungen. Besonders die Wochenansicht profitiert von einer verbesserten Farbcodierung und Drag-and-Drop-Funktionalität. Unter der Haube wurde die Rendering-Engine optimiert, was sich vor allem bei Kalendern mit vielen Einträgen in spürbar schnelleren Ladezeiten bemerkbar macht. CalDAV-Synchronisation wurde ebenfalls überarbeitet und soll nun zuverlässiger mit Diensten wie Nextcloud und Google Calendar zusammenarbeiten.
Nativer Exchange-Support als Gamechanger
Für viele Unternehmensnutzer war der fehlende Exchange-Support bislang ein K.O.-Kriterium. Thunderbird 139 ändert das grundlegend: Der Client unterstützt nun nativ das Exchange Web Services (EWS)-Protokoll und kann damit direkt auf Exchange-Postfächer zugreifen – inklusive E-Mails, Kontakten und Kalendereinträgen. Ein separates Addon wie das bisherige Owl for Exchange ist nicht mehr erforderlich. Die Implementierung befindet sich noch im Beta-Stadium, funktioniert in Tests aber bereits stabil genug für den täglichen Einsatz.
Weitere Neuerungen
- Verbesserte Suche: Volltextsuche über alle Konten hinweg, deutlich schneller als bisher
- Dark Mode: Überarbeitetes Farbschema mit besserem Kontrast
- Import-Assistent: Vereinfachte Migration von Outlook und Apple Mail
Thunderbird 139 ist ab sofort als Update verfügbar. Für Nutzer, die eine leistungsfähige, quelloffene Alternative zu Outlook suchen, rückt der Client mit diesem Release deutlich näher an die kommerzielle Konkurrenz heran.