ZAIOS.NETBlogForschung & Zukunft
14. Juni 2026 2 Min. Lesezeit

Smart-TV 2026: Streaming dominiert, Markt wächst trotz Krise

Samsung-Daten zeigen: 61 % der deutschen Smart-TV-Nutzung entfällt auf Streaming. Gleichzeitig wächst der globale TV-Markt um 6 % auf 50,3 Mio. Einheiten.

Der klassische Fernseher ist längst kein reines Empfangsgerät mehr – er ist zur zentralen App-Plattform im Wohnzimmer geworden. Das belegen aktuelle Daten aus zwei unabhängigen Quellen eindrucksvoll: Während Samsung Ads auf Basis von über 70 Millionen Smart-TVs in Europa das veränderte Nutzungsverhalten analysiert hat, zeigen Marktforscher von Omdia gleichzeitig, dass die globalen Auslieferungszahlen im ersten Quartal 2026 trotz wirtschaftlicher Turbulenzen um sechs Prozent auf 50,3 Millionen Einheiten gestiegen sind.

Deutschland führt beim Streaming-Anteil in Europa

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung in Deutschland: Laut dem Samsung-Report Behind the Screens 2026 entfallen hierzulande bereits 61 Prozent der gesamten Smart-TV-Nutzungszeit auf Streaming-Dienste – das ist der höchste Wert unter den untersuchten europäischen Märkten. Großbritannien folgt mit 60 Prozent, Frankreich mit 59 Prozent, Spanien mit 57 Prozent und Italien mit lediglich 43 Prozent. Das klassische lineare Fernsehen spielt damit in Deutschland eine zunehmend untergeordnete Rolle. Wer den Fernseher einschaltet, landet in der Regel nicht mehr im Vorabendprogramm, sondern auf einem personalisierten Homescreen mit App-Auswahl.

Ein weiteres Detail aus dem Samsung-Report verdeutlicht die Fragmentierung des Marktes: Europäische Haushalte nutzten im vergangenen Jahr im Schnitt sechs verschiedene Apps auf ihrem Smart-TV. Das zeigt, dass Nutzer nicht mehr einem einzigen Dienst treu bleiben, sondern je nach Inhalt flexibel zwischen Plattformen wechseln – von großen Streaming-Anbietern bis hin zu spezialisierten Mediatheken und Gaming-Diensten.

Globaler TV-Markt wächst – mit regionalen Unterschieden

Parallel dazu präsentieren die Marktforscher von Omdia ein überraschend positives Bild für die Hardware-Seite. Der weltweite TV-Markt verzeichnete im ersten Quartal 2026 ein Wachstum von sechs Prozent bei den Auslieferungsmengen. Wichtig zu verstehen: Diese Zahl beschreibt Geräte, die Hersteller an den Handel geliefert haben – nicht zwingend verkaufte Einheiten. Dennoch ist das Signal eindeutig. Als Haupttreiber gilt die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft, die erfahrungsgemäß einen Kaufschub im TV-Segment auslöst, da viele Verbraucher das Großereignis zum Anlass nehmen, ihr Gerät aufzurüsten.

Das Wachstum verteilt sich dabei ungleichmäßig über die Regionen. Besonders stark legten Asien und Ozeanien mit 13 Prozent sowie Lateinamerika zu. Eine auffällige Ausnahme bildet China, das als weltgrößter Einzelmarkt gegen den globalen Trend schwächelt. Mögliche Gründe dafür sind eine gesättigte Nachfrage sowie wirtschaftliche Unsicherheiten im Inland.

Was bedeutet das für Hersteller und Nutzer?

Die Kombination aus steigenden Hardware-Auslieferungen und wachsender Streaming-Dominanz stellt Hersteller vor eine klare Aufgabe: Der Fernseher muss als Software-Plattform überzeugen, nicht mehr nur als Display. Betriebssysteme wie Tizen von Samsung, Google TV oder LG's webOS werden damit zu entscheidenden Differenzierungsmerkmalen. Wer als Hersteller eine attraktive App-Umgebung, schnelle Reaktionszeiten und eine intuitive Benutzeroberfläche bietet, hat im hart umkämpften Premium-Segment die besseren Karten. Für Nutzer bedeutet der Trend: Die Investition in ein hochwertiges Smart-TV-Gerät zahlt sich langfristig vor allem dann aus, wenn die Software-Unterstützung und die App-Verfügbarkeit langfristig gewährleistet sind – ein Aspekt, den Käufer bei der Geräteauswahl stärker berücksichtigen sollten als bisher.

Quellen: stadt-bremerhaven

science-techsamsung