Es war eines der ambitioniertesten Smartphone-Experimente der letzten Jahre: Das Samsung Galaxy Z TriFold, ein Gerät mit zwei Scharnieren, das sich von einem kompakten Formfaktor zu einem vollwertigen 10-Zoll-Tablet entfalten lässt. Doch der Traum vom Drei-Bildschirm-Smartphone ist vorerst ausgeträumt. Samsung hat bestätigt, dass das Gerät vom Markt genommen wird – gerade einmal drei Monate nach seiner Markteinführung.
Kurzes Leben für ein teures Experiment
Das Galaxy Z TriFold debütierte am 12. Dezember 2025 in Samsungs Heimatmarkt Südkorea und war ab Januar 2026 auch in den USA für stolze 2.899 US-Dollar erhältlich. Damit zählt es zu den teuersten Smartphones, die Samsung je auf den Markt gebracht hat. Nun soll der Verkauf in Südkorea zunächst eingestellt werden, während in anderen Märkten wie den USA das verbleibende Lagerbestand noch abverkauft wird. Eine offizielle Begründung lieferte Samsung zunächst nicht – ein Sprecher des Unternehmens erklärte lediglich, das Gerät sei als „super-premium Produkt in limitierter Stückzahl" eingeführt worden und die starke Nachfrage in Korea habe dazu geführt, dass alle verfügbaren Einheiten ausverkauft seien.
Mehr Technologiedemonstration als Massenprodukt
Analysten bewerten den kurzen Lebenszyklus des TriFold weniger als Scheitern, sondern eher als kalkulierten Rückzug. Das Gerät galt von Beginn an als Proof of Concept – ein Beweis dafür, dass Samsung in der Lage ist, komplexe Mehrfach-Scharnier-Mechanismen in ein funktionsfähiges Endgerät zu integrieren. In dieser Hinsicht war das Projekt durchaus erfolgreich. Dennoch deuten Branchenbeobachter darauf hin, dass ein möglicher Engpass bei bestimmten Speicherkomponenten die Produktion wirtschaftlich unattraktiv gemacht haben könnte. Bei einem Preis von knapp 3.000 Dollar und einem entsprechend kleinen Käuferkreis ist die Skalierung solcher Geräte ohnehin eine Herausforderung.
Foldables zwischen Nische und Mainstream
Der Fall des TriFold wirft ein Schlaglicht auf den gesamten Foldable-Markt. Samsung ist seit Jahren der unangefochtene Marktführer bei faltbaren Smartphones und hat mit der Galaxy Z Fold- und Flip-Serie bewiesen, dass es einen – wenn auch überschaubaren – Markt für solche Geräte gibt. Konkurrenten wie Huawei, Honor und zuletzt auch Google mit dem Pixel 9 Pro Fold drängen ebenfalls in dieses Segment. Doch während klassische Einmal-Faltgeräte langsam an Akzeptanz gewinnen, scheint der Markt für Mehrfach-Faltgeräte noch nicht bereit zu sein. Hohe Preise, Bedenken hinsichtlich der Langlebigkeit der Scharniere und ein vergleichsweise kleines Ökosystem an optimierten Apps bremsen die Massenadoption.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Samsungs Entscheidung bedeutet nicht zwangsläufig das Ende der Tri-Fold-Idee. Vielmehr ist es wahrscheinlich, dass das Unternehmen die gewonnenen Erkenntnisse in zukünftige Generationen einfließen lässt – möglicherweise mit günstigeren Komponenten, verbesserter Haltbarkeit und einem niedrigeren Einstiegspreis. Für Verbraucher, die sich für das Gerät interessiert haben, bleibt vorerst nur der Weg über verbleibende Lagerbestände. Das Galaxy Z TriFold wird als faszinierendes Kapitel in der Geschichte der Foldables in Erinnerung bleiben – ein Gerät, das zeigte, was technisch möglich ist, aber noch nicht, was der Markt tatsächlich verlangt.
Quellen: Ars Technica · The Register · 9to5Google