Für viele Samsung-Nutzer war die direkte Verknüpfung zwischen der hauseigenen Gallery-App und Microsofts Cloud-Dienst OneDrive eine praktische Selbstverständlichkeit: Fotos wurden automatisch gesichert, ohne dass man eine zusätzliche App bemühen musste. Damit ist ab dem 30. September 2026 Schluss. Samsung und Microsoft beenden die direkte Synchronisationsschnittstelle zwischen beiden Diensten – eine Entscheidung, die Millionen von Galaxy-Nutzern betrifft, die bisher auf diese nahtlose Integration gesetzt haben.
Was genau ändert sich?
Die Trennung betrifft sowohl Neu- als auch Bestandsnutzer, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Wer nach dem Stichtag ein Samsung-Gerät einrichtet, kann die Konten schlicht nicht mehr miteinander verknüpfen – die Option entfällt vollständig. Für bestehende Nutzer mit bereits verknüpften Konten bedeutet die Änderung, dass ihre Bilder zwar nicht aus OneDrive verschwinden, aber nicht mehr in der Samsung Gallery angezeigt werden. Der Zugriff auf bereits gesicherte Inhalte ist weiterhin über die OneDrive-App selbst oder die Weboberfläche möglich.
Welche Alternativen gibt es?
Wer weiterhin automatische Foto-Backups über Microsoft OneDrive nutzen möchte, muss künftig einen Umweg nehmen: Die OneDrive-App selbst bietet eine Funktion namens Kamera-Upload, die in den Kontoeinstellungen der App aktiviert werden kann. Nach Erteilung der entsprechenden Medienzugriffsrechte läuft die Sicherung dann direkt über die Microsoft-App – ohne Umweg über die Samsung Gallery. Alternativ bietet sich natürlich auch Samsungs eigener Cloud-Dienst an, der tief in das Galaxy-Ökosystem integriert ist und ebenfalls automatische Backups ermöglicht. Wer hingegen plattformübergreifend denkt, kann auf Dienste wie Google Fotos oder iCloud (für Apple-Nutzer) ausweichen.
Einordnung: Fragmentierung im Cloud-Ökosystem
Die Entscheidung, diese Partnerschaft zu beenden, reiht sich in einen größeren Trend ein: Technologiekonzerne setzen zunehmend auf geschlossene Ökosysteme und eigene Dienste, anstatt Drittanbieter tief in ihre Plattformen zu integrieren. Samsung hat in den vergangenen Jahren intensiv in die eigene Cloud-Infrastruktur investiert und dürfte ein Interesse daran haben, Nutzer stärker an den eigenen Dienst zu binden. Microsoft wiederum bevorzugt es, OneDrive als eigenständige App zu positionieren, anstatt als unsichtbares Backend für Konkurrenzprodukte zu fungieren.
Für Endnutzer bedeutet das in erster Linie: Handlungsbedarf vor dem Stichtag. Wer seine bisherige Backup-Strategie auf der Samsung-OneDrive-Integration aufgebaut hat, sollte sich rechtzeitig mit den Alternativen vertraut machen und die eigene Lösung umstellen – denn nach dem 30. September 2026 erfolgt keine automatische Migration oder Weiterleitung. Die gute Nachricht: Bereits gesicherte Daten in OneDrive bleiben erhalten und gehen nicht verloren. Es ist also kein Datenverlust zu befürchten, solange man rechtzeitig reagiert und die neue Backup-Methode einrichtet.
Quellen: stadt-bremerhaven