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10. Juni 2026 2 Min. Lesezeit

PgDog: Postgres-Proxy bringt horizontale Skalierung für alle

PgDog macht PostgreSQL horizontal skalierbar – per Proxy, Open Source, mit 2 Mio. Queries/Sekunde in Produktion und frischer Finanzierung.

PostgreSQL gilt seit Jahren als das Schweizer Taschenmesser unter den relationalen Datenbanken: mächtig, flexibel, zuverlässig. Doch eine Schwäche hat das System stets begleitet – die horizontale Skalierbarkeit. Genau hier setzt PgDog an, ein Open-Source-Proxy, der soeben eine Finanzierungsrunde abgeschlossen hat und damit in eine neue Phase seiner Entwicklung eintritt.

Die Grundidee: Postgres bleibt, der Proxy übernimmt die Skalierung

Das Konzept hinter PgDog ist elegant in seiner Schlichtheit: Anstatt die Datenbank selbst zu ersetzen oder aufwendig zu modifizieren, wird ein intelligenter Proxy vorgeschaltet. Entwickler ändern lediglich ihre Verbindungskonfiguration – alles andere übernimmt PgDog im Hintergrund. Sharding, Load Balancing, Lastverteilung über mehrere Postgres-Instanzen hinweg: Das alles geschieht transparent, ohne dass Applikationen angepasst werden müssen.

Die Zahlen, die das Team vorweist, sind beachtlich: mehr als 2 Millionen Queries pro Sekunde werden bereits in produktiven Umgebungen über PgDog abgewickelt. Über 20 Terabyte Daten wurden bisher erfolgreich geshardet. Auf GitHub verzeichnet das Docker-Image inzwischen mehr als 1,4 Millionen Pulls – ein klares Zeichen, dass die Lösung in der Entwickler-Community angekommen ist.

Warum das relevant ist: Der Kampf gegen MongoDB und DynamoDB

Das Team von PgDog formuliert seine Mission provokant direkt: Datenbanken wie MongoDB oder Amazon DynamoDB existieren ihrer Meinung nach primär deshalb, weil Postgres ein Skalierungsproblem hat. Könnte man PostgreSQL problemlos auf 100-Terabyte-Tabellen und eine Million Queries pro Sekunde skalieren, würden viele Entwickler gar nicht erst auf NoSQL-Alternativen ausweichen.

Dieser Ansatz trifft einen Nerv in der Branche. Viele Unternehmen haben in den vergangenen Jahren teure Migrationen zu spezialisierten Datenbanken durchgeführt – und dabei festgestellt, dass der Verzicht auf SQL-Semantik, ACID-Transaktionen und das vertraute Postgres-Ökosystem einen hohen Preis hat. PgDog verspricht, diesen Trade-off überflüssig zu machen.

Deployment und Verfügbarkeit

PgDog lässt sich flexibel einsetzen: sowohl on-premises als auch in beliebigen Cloud-Umgebungen. Ein wöchentlicher Release-Rhythmus – jeden Donnerstag erscheint eine neue Version – signalisiert aktive Weiterentwicklung. Die frische Finanzierung dürfte dieses Tempo weiter beschleunigen und dem Team ermöglichen, Enterprise-Features sowie besseren Support auszubauen.

Für Entwickler und Datenbankadministratoren, die mit wachsenden Postgres-Workloads kämpfen, ist PgDog ein ernstzunehmender Kandidat. Die Kombination aus Open-Source-Transparenz, bewiesener Produktionsreife und dem minimalen Integrationsaufwand macht die Lösung besonders attraktiv – zumal der Einstieg über das öffentliche Docker-Image kostenlos und ohne Vendor-Lock-in möglich ist.

Quellen: Hacker News

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