Der Markt für OLED-Gaming-Monitore wächst rasant. Was noch vor wenigen Jahren als Luxustechnologie für Enthusiasten galt, dringt zunehmend in erschwinglichere Preissegmente vor. Gigabyte versucht mit gleich zwei 27-Zoll-Modellen, unterschiedliche Käufergruppen anzusprechen – und zeigt dabei ungewollt, wie groß der Unterschied zwischen älteren und neueren OLED-Generationen tatsächlich ausfällt.
Das günstigere Modell: Kompromisse, die ins Gewicht fallen
Das Gigabyte GO27Q24G setzt auf ein älteres LG-OLED-Panel und positioniert sich als Einstieg in die OLED-Welt für Gamer. Auf dem Papier klingt das verlockend: 1440p-Auflösung, OLED-Technologie, schlankes Gehäuse und solide HDR-Spitzenwerte. Doch im direkten Vergleich mit moderneren WOLED-Panels offenbart das Gerät seine Schwächen deutlich. Das Bild wirkt merklich matter und weniger lebendig – ein Mangel, der gerade bei OLED-Monitoren, die für ihre satte Farbdarstellung bekannt sind, besonders schwer wiegt. Hinzu kommt, dass das Modell preislich nicht einmal das günstigste WOLED-Angebot auf dem Markt darstellt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis leidet damit erheblich: Wer für ein OLED-Display zahlt, erwartet zu Recht das typische visuelle Erlebnis dieser Technologie – und wird hier enttäuscht.
Das aktuelle WOLED-Modell: Nah am Sweet Spot
Anders sieht die Lage beim Gigabyte MO27Q28GR aus. Dieses Modell nutzt LGs aktualisierte WOLED-Technologie und liefert spürbar mehr Helligkeit sowie eine deutlich knackigere, lebendigere Bilddarstellung. Mit 27 Zoll und 1440p trifft es eine Auflösung, die für Gaming nach wie vor als idealer Kompromiss zwischen Schärfe und Systemanforderungen gilt. Das Feature-Set ist solide und deckt alles ab, was ambitionierte Gamer erwarten. Einzige nennenswerte Schwäche: Bei vollflächig hellen Inhalten – etwa weißen Hintergründen oder Tageslichtszenen – erreicht die Maximalhelligkeit nicht ganz das Niveau der Konkurrenz. Zudem ist das Gerät preislich noch nicht im Mainstream angekommen, was den Käuferkreis einschränkt.
Einordnung: OLED-Generationen machen einen echten Unterschied
Der Vergleich beider Geräte illustriert ein wichtiges Prinzip im aktuellen Monitor-Markt: Nicht jedes OLED-Display ist gleich. Ältere Panels können zwar die grundlegenden OLED-Vorteile wie perfekte Schwarzwerte und schnelle Reaktionszeiten bieten, fallen aber bei Helligkeit und Farbbrillanz gegenüber neueren Generationen deutlich zurück. Für Käufer bedeutet das: Beim OLED-Kauf lohnt es sich, gezielt auf die Panel-Generation zu achten und nicht allein auf den Technologienamen zu vertrauen.
Insgesamt zeigt Gigabytes Doppelstrategie, dass der Weg zu erschwinglichen OLED-Monitoren noch nicht vollständig beschritten ist. Wer das volle OLED-Erlebnis möchte, sollte derzeit eher zum aktuellen WOLED-Modell greifen – auch wenn der Aufpreis schmerzt. Das günstigere Modell hingegen füllt eine Nische, die es in dieser Form eigentlich nicht geben sollte: zu teuer für einen echten Kompromiss, zu schwach für ein echtes OLED-Erlebnis.
Quellen: PC Gamer