Valve arbeitet offenbar intensiv am Nachfolger des legendären Steam Controllers – und dank eines Embargo-Bruchs durch einen YouTuber sind nun erste Details an die Öffentlichkeit gelangt. Das Testvideo verschwand zwar schnell wieder aus dem Netz, doch im Internet verbreiten sich die enthüllten Informationen rasend schnell. Was steckt hinter dem geleakten Testbericht, und was bedeutet das für Gamer?
Preis und Marktpositionierung
Laut dem geleakten Video soll der neue Steam Controller in den USA für 99 US-Dollar über die Ladentheken gehen. Für den europäischen Markt dürfte das einem Preis von rund 119 bis 129 Euro entsprechen, wenn man die üblichen Umrechnungs- und Steueranpassungen berücksichtigt. Damit positioniert sich Valve bewusst unterhalb der Premium-Controller-Klasse: Die Xbox Elite Series 2 kostet rund 180 Euro, Sonys DualSense Edge schlägt sogar mit etwa 240 Euro zu Buche. Valve zielt also auf ein mittleres Preissegment ab – ambitioniert, aber kein Luxusprodukt.
Erste Kritikpunkte aus dem Testbericht
Nicht alles klingt jedoch nach einem gelungenen Comeback. Der Reviewer im geleakten Video äußerte deutliche Kritik an der Haptik des Geräts. Das Gehäuse soll aus einem glatten, nicht gummierten Kunststoff bestehen, was bei längerem Spielen zu Griffproblemen führen könnte – gerade bei intensiven Gaming-Sessions ein ernstes Manko. Hinzu kommt das Fehlen eines klassischen 3,5-mm-Klinkenanschlusses für Kopfhörer, was viele Nutzer als Rückschritt werten dürften. In einer Zeit, in der selbst günstigere Controller diese Funktion standardmäßig bieten, ist das eine auffällige Designentscheidung.
Historischer Kontext: Das Erbe des Original-Steam-Controllers
Der ursprüngliche Steam Controller wurde 2015 von Valve eingeführt und verfolgte einen radikal anderen Ansatz als klassische Gamepads: Statt eines rechten Analogsticks setzte er auf zwei Trackpads, die eine mausähnliche Steuerung ermöglichen sollten – ideal für PC-Spiele, die eigentlich Tastatur und Maus erfordern. Das Konzept war mutig, polarisierte aber stark. 2019 wurde der Controller eingestellt. Nun scheint Valve einen neuen Anlauf zu wagen, wobei noch unklar ist, ob das revolutionäre Trackpad-Konzept beibehalten oder durch ein konventionelleres Design ersetzt wurde.
Was Gamer jetzt wissen sollten
Der Zeitpunkt des Leaks ist interessant: Valve hat mit dem Steam Deck in den letzten Jahren bewiesen, dass das Unternehmen bereit ist, ernsthaft in Gaming-Hardware zu investieren. Ein neuer Controller würde dieses Ökosystem sinnvoll ergänzen – sowohl für PC-Spieler als auch als Ergänzung zum Steam Deck. Allerdings zeigen die ersten Kritikpunkte, dass Valve noch Nachbesserungsbedarf haben könnte, bevor das Gerät offiziell vorgestellt wird. Ob die bemängelten Schwächen in der finalen Version behoben werden, bleibt abzuwarten. Ein offizielles Statement von Valve steht bislang noch aus.
Quellen: stadt-bremerhaven