Der französische Videospiel-Publisher Nacon hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen, das in der Gaming-Branche vor allem als Publisher und Hardware-Hersteller bekannt ist, kämpft offenbar mit ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten. Die Folgen könnten weitreichend sein: Bis zu 1000 Arbeitsplätze stehen durch das Insolvenzverfahren auf dem Spiel.
Daedalic Entertainment ebenfalls betroffen
Besonders für die deutsche Gaming-Szene ist die Entwicklung brisant, denn Nacon ist die Muttergesellschaft des Hamburger Studios Daedalic Entertainment. Das Studio, das unter anderem für Point-and-Click-Adventures und zuletzt für das Der Herr der Ringe: Gollum-Spiel bekannt wurde, hängt damit unmittelbar von der Zukunft des insolventen Konzerns ab. Wie es mit Daedalic und seinen Mitarbeitern weitergeht, ist derzeit noch unklar.
Schwieriges Marktumfeld für mittelgroße Publisher
Nacon reiht sich damit in eine besorgniserregende Serie von Krisen bei mittelgroßen Spielepublishern ein. Die Branche steht seit Monaten unter Druck: Steigende Entwicklungskosten, ein gesättigter Markt und veränderte Kaufgewohnheiten der Spieler machen es vor allem für Unternehmen abseits der großen AAA-Konzerne zunehmend schwerer, profitabel zu wirtschaften. Ob ein Investor gefunden werden kann, der Nacon aus der Krise führt, oder ob es zu einer Zerschlagung des Unternehmens kommt, bleibt abzuwarten. Für die betroffenen Mitarbeiter dürfte die Ungewissheit derzeit besonders belastend sein.