Die Softwarewelt kommt nicht zur Ruhe: Gleich mehrere relevante Updates und Ankündigungen treffen tech-affine Nutzer in dieser Woche. Wir fassen die wichtigsten Entwicklungen zusammen und ordnen sie ein.
Microsoft verabschiedet sich von SMS-Authentifizierung
Die wohl bedeutendste Nachricht betrifft Millionen von Microsoft-Kontoinhaber weltweit: Der Redmonder Konzern kündigt an, SMS-basierte Codes als Anmelde- und Wiederherstellungsmethode bei privaten Konten schrittweise zu eliminieren. Die Stoßrichtung ist klar – weg von der als unsicher geltenden SMS-Authentifizierung, hin zu Passkeys und verifizierten E-Mail-Adressen. Dass dieser Schritt kommt, überrascht Sicherheitsexperten kaum: SMS gilt seit Jahren als anfällig für SIM-Swapping-Angriffe und Phishing-Attacken. Microsoft verspricht, dass die neue Passkey-basierte Anmeldung via Face ID, Fingerabdruck oder PIN nicht nur sicherer, sondern auch deutlich komfortabler sein soll. Damit reiht sich Microsoft in einen Branchentrend ein – Apple und Google haben Passkeys bereits intensiv vorangetrieben. Für Nutzer bedeutet das konkret: Wer noch keine alternativen Anmeldemethoden hinterlegt hat, sollte dies zeitnah nachholen.
Plex Pass: Dreifacher Preissprung ab Juli 2026
Für Nutzer der beliebten Medienserver-Software Plex gibt es einen echten Preisschock: Die lebenslange Mitgliedschaft, der sogenannte Lifetime Plex Pass, wird ab dem 1. Juli 2026 satte 749,99 Dollar kosten – bislang waren es 249,99 Dollar beziehungsweise 229,99 Euro. Der Preis verdreifacht sich damit nahezu. Das Unternehmen begründet den Schritt damit, dass Abonnements zwar für die nachhaltige Entwicklung vorteilhafter wären, man die Lifetime-Option der Community aber erhalten wolle – zu einem Preis, der den dauerhaften Mehrwert widerspiegele. Bestandskunden mit bereits erworbenem Lifetime Pass sind von der Erhöhung nicht betroffen. Wer also noch liebäugelt, hat noch etwas Zeit – sollte aber schnell handeln. Der Schritt zeigt exemplarisch, wie Softwareanbieter zunehmend von Einmalkäufen auf wiederkehrende Einnahmen umschwenken.
Thunderbird 151.0: Solides Update mit sicherheitsrelevantem Detail
Mozilla hat Version 151.0 des quelloffenen E-Mail-Clients Thunderbird veröffentlicht. Die Verbesserungen sind überwiegend technischer Natur: EWS-Konten erlauben nun das manuelle Überschreiben von OAuth-Anbieter-Details, und die Einrichtung über Thundermail OAuth funktioniert jetzt direkt via automatischer Kontokonfiguration. Im integrierten Kalender lassen sich Aufgaben künftig nach Erstellungs- oder Änderungsdatum sortieren. Sicherheitsrelevant ist eine Änderung beim Umgang mit OpenPGP: Schlüssel werden bei signierten Nachrichten nicht mehr automatisch angehängt – ein Detail, das für datenschutzbewusste Nutzer relevant sein kann. Außerdem prüft Thunderbird beim Start wieder, ob er als Standard-E-Mail-Anwendung festgelegt ist.
Enpass 6.12.0: Neues Design für Windows und macOS
Der Passwortmanager Enpass erhält mit Version 6.12.0 ein visuelles Facelift für Windows und macOS. Das sogenannte Liquid-Glass-Design, das bereits Ende 2025 für iOS eingeführt wurde, hält nun auch auf den Desktop-Plattformen Einzug. Überarbeitet wurden unter anderem die Eingabemaske für das Master-Passwort, der Prozess zum Anlegen neuer Einträge sowie die Detailansichten und der Passwortgenerator. Eine aufgeräumtere Seitenleiste und angepasste Icons sollen das Interface luftiger wirken lassen. Für Nutzer, die auf einen schlanken und günstigen Passwortmanager ohne Cloud-Zwang setzen, ist Enpass weiterhin eine interessante Alternative zu Platzhirschen wie 1Password oder Bitwarden.
Insgesamt zeigen diese Updates einen klaren Trend: Sicherheit wird auch im Consumer-Bereich großgeschrieben, während Anbieter gleichzeitig ihre Monetarisierungsstrategien anpassen – nicht immer zum Vorteil der Endnutzer.
Quellen: stadt-bremerhaven