Mit Life is Strange: Reunion ist die direkte Fortsetzung zu „Life is Strange: Double Exposure" erschienen – jenem Titel, der Ende 2024 auf den Markt kam und trotz positiver Kritiken hinter den kommerziellen Erwartungen zurückblieb. Die Rückkehr von Max Caulfield als Protagonistin, entwickelt von Deck Nine, sorgte zwar für Begeisterung bei Fans der Serie, doch die PC-Version des neuen Ablegers macht technisch gesehen keine gute Figur.
Grafikmenü als Stolperfalle
Intensive Benchmarks und Analysen der PC-Version offenbaren ein zwiespältiges Bild: Einerseits kann das Spiel durchaus mit ansprechender Grafik punkten, andererseits lauern im Grafikmenü echte Performance-Fallen. Wer die falschen Einstellungen wählt, erlebt einen dramatischen Einbruch der Framerate – und das ohne offensichtliche visuelle Gegenleistung. Besonders problematisch: Die Post-Processing-Effekte sind fehlerhaft implementiert und können die Performance erheblich belasten, ohne dabei einen nennenswerten Qualitätsgewinn zu liefern.
Kein DLSS, kein FSR – eine Seltenheit im Jahr 2025
Besonders auffällig ist das vollständige Fehlen moderner Upsampling-Technologien. Weder NVIDIA DLSS noch AMD FSR werden unterstützt – ein in der heutigen Spielelandschaft fast schon anachronistischer Zustand. Gerade bei anspruchsvolleren Auflösungen wie WQHD, UWQHD oder Ultra HD sind solche Technologien längst zum Standard geworden, um auch auf Mittelklasse-Hardware flüssige Bildraten zu erzielen. Ihr Fehlen zwingt Spieler dazu, entweder auf native Auflösungen zu setzen oder mit deutlich reduzierten Qualitätseinstellungen zu spielen.
Benchmarks zeigen, dass für stabile 60 FPS in WQHD mindestens eine RTX 4060 oder eine RX 7600 notwendig ist – Grafikkarten, die zwar zur aktuellen Mittelklasse gehören, aber für ein narratives Adventure-Spiel dieser Art eigentlich überdimensioniert wirken sollten. Das deutet auf eine suboptimale Engine-Optimierung hin.
Steam Deck und die Systemanforderungen
Trotz offizieller Steam-Deck-Kompatibilität bleibt fraglich, wie gut die Erfahrung auf Valves Handheld-PC tatsächlich ausfällt, wenn schon Desktop-GPUs mit der Optimierung kämpfen. Die offiziellen Systemanforderungen sowie das Verhalten des VRAM-Verbrauchs in verschiedenen Auflösungen sind weitere Aspekte, die Käufer vor dem Kauf sorgfältig abwägen sollten.
Einordnung: Ein bekanntes Problem der Branche
Der technische Zustand von Life is Strange: Reunion reiht sich in einen besorgniserregenden Trend ein: Immer häufiger erscheinen PC-Versionen in einem Zustand, der intensive Nacharbeit erfordert. Während Konsolen-Ports früher das Sorgenkind waren, zeigt sich nun, dass auch dedizierte PC-Entwicklungen ohne ausreichende Optimierung auf den Markt kommen. Für Fans der Serie empfiehlt es sich, zunächst Patches abzuwarten oder die Grafikeinstellungen sehr sorgfältig zu konfigurieren, bevor man in höheren Auflösungen spielt.
Quellen: ComputerBase · stadt-bremerhaven