Wer sich in den letzten Monaten des Jahres 2025 eine neue Grafikkarte gegönnt hat, darf sich im Nachhinein glücklich schätzen. Denn was sich zum Jahreswechsel 2025/2026 auf dem GPU-Markt abgespielt hat, trifft Käufer empfindlich: Sowohl AMDs Radeon-RX-9000-Serie als auch Nvidias GeForce-RTX-5000-Reihe verzeichnen teils deutliche Preisanstiege – und ein Ende dieser Entwicklung ist derzeit nicht in Sicht.
Zwei Ursachen, ein Problem
Die Hintergründe für die Preisrallye sind vielschichtig, aber klar identifizierbar. Zum einen sind die Preise für Grafikspeicher – insbesondere GDDR6 und GDDR7 – zum Jahreswechsel regelrecht explodiert. Speicherchips machen einen erheblichen Teil der Gesamtkosten moderner Grafikkarten aus, weshalb sich Preissprünge auf dem Speichermarkt direkt und unmittelbar auf die Endkundenpreise auswirken. Zum anderen sind die Fertigungskapazitäten beim weltgrößten Auftragsfertiger TSMC hart umkämpft. Sowohl AMD als auch Nvidia lassen ihre aktuellen GPU-Generationen bei TSMC in modernen Prozessknoten fertigen – und konkurrieren dabei nicht nur miteinander, sondern auch mit Smartphone-Herstellern, KI-Chip-Produzenten und unzähligen weiteren Abnehmern um begrenzte Wafer-Kapazitäten.
AMD Radeon RX 9000: Vom Preisverfall zum Preisanstieg
Die Radeon-RX-9000-Serie hatte im Laufe des Jahres 2025 eine für Käufer erfreuliche Entwicklung genommen: Die Preise sanken kontinuierlich, was die Karten zunehmend attraktiv machte. Modelle wie die Radeon RX 9070, die RX 9070 XT sowie die RX 9060 XT mit 16 Gigabyte Videospeicher galten zeitweise als starke Preis-Leistungs-Alternativen zu Nvidias Angeboten. Seit Anfang 2026 hat sich dieses Bild jedoch grundlegend gewandelt. Die Preise ziehen spürbar an, und Schnäppchen sind deutlich schwieriger zu finden als noch vor wenigen Monaten.
Nvidia GeForce RTX 5000: Teuer von Anfang an, jetzt noch teurer
Bei Nvidias aktueller Flaggschiff-Generation begann der Preisanstieg sogar noch früher: Die GeForce RTX 5090 zeigte bereits im vierten Quartal 2025 eine steigende Preistendenz. Seit Anfang 2026 sind dann nahezu alle Modelle der RTX-5000-Familie betroffen – von der RTX 5060 Ti über die RTX 5070 und 5070 Ti bis hin zur RTX 5080 und 5090. Für Enthusiasten und Gamer, die auf aktuelle High-End-Hardware setzen wollen, bedeutet das: Die ohnehin schon ambitionierten Preise der RTX-50-Reihe klettern weiter nach oben.
Was bedeutet das für Käufer?
Für Verbraucher ist die Situation unangenehm. Wer eine neue Grafikkarte benötigt, steht vor der Wahl, entweder jetzt zu einem erhöhten Preis zuzugreifen oder auf eine Entspannung des Marktes zu warten – die jedoch kurzfristig nicht absehbar ist. Solange die GDDR-Speicherpreise hoch bleiben und TSMC-Kapazitäten knapp sind, dürfte sich der Druck auf die GPU-Preise kaum abschwächen. Besonders bitter ist die Lage für Sparfüchse: Die Zeiten, in denen man durch geduldiges Warten auf deutlich günstigere Preise hoffen konnte, sind vorerst vorbei. Wer dennoch kaufen möchte, sollte Preisvergleiche und Deal-Tracker aktiv nutzen, um zumindest das beste verfügbare Angebot zu finden.
Quellen: ComputerBase