Der Digital Markets Act (DMA) der Europäischen Union zeigt messbare Wirkung: Mozilla hat aktuelle Zahlen zur Browsernutzung in der EU veröffentlicht und zieht ein klar positives Fazit. Seit der verpflichtenden Einführung von Browser-Wahlbildschirmen auf mobilen Geräten und Desktop-Betriebssystemen haben sich demnach mehr als sechs Millionen Nutzer neu für Firefox entschieden – eine Zahl, die die Relevanz des Gesetzes für den Browser-Wettbewerb eindrucksvoll unterstreicht.
Wahlbildschirme als Gamechanger
Der DMA verpflichtet sogenannte Gatekeeper-Plattformen – darunter Apple und Google – dazu, Nutzern bei der Ersteinrichtung ihrer Geräte aktiv eine Auswahl an Browsern anzuzeigen, anstatt stillschweigend den eigenen Standardbrowser vorzuinstallieren. Genau dieser Mechanismus scheint zu funktionieren: Wer Firefox über den offiziellen Wahlbildschirm installiert, bleibt dem Browser fünfmal häufiger treu als Nutzer, die den Browser über andere Wege beziehen. Das deutet darauf hin, dass eine bewusste Entscheidung für eine Software die langfristige Nutzerbindung erheblich steigert.
iPhone-Nutzer reagieren besonders stark
Besonders auffällig sind die Unterschiede zwischen den Plattformen. Auf dem iPhone liegen die täglichen Firefox-Nutzerzahlen in der EU um satte 113 Prozent höher als in Ländern außerhalb der Union, in denen keine entsprechenden gesetzlichen Vorgaben gelten. Auf Android-Geräten fällt der Effekt mit einem Plus von rund 12 Prozent deutlich geringer aus. Mozilla erklärt diesen Unterschied damit, dass Android-Nutzer traditionell mehr Freiheit bei der Browser-Auswahl hatten und der Markt dort weniger durch einen dominanten Standardbrowser verzerrt war. iOS hingegen war jahrelang stark auf Safari ausgerichtet, sodass der Wahlbildschirm hier eine weitaus größere Hebelwirkung entfaltet.
Einordnung: DMA als Instrument gegen Marktmacht
Die Ergebnisse sind ein wichtiges Signal im Kontext der europäischen Digitalregulierung. Der DMA zielt darauf ab, die Marktmacht großer Tech-Konzerne zu begrenzen und fairen Wettbewerb zu fördern. Firefox ist dabei ein Paradebeispiel: Der Browser von Mozilla, einer gemeinnützigen Organisation, hatte trotz solider technischer Qualität jahrelang Marktanteile verloren – nicht zuletzt, weil Nutzer schlicht nie gefragt wurden, ob sie eine Alternative wollen. Chrome und Safari dominierten schlicht durch ihre Vorinstallation.
Die neuen Zahlen zeigen, dass Wahlfreiheit allein schon ausreicht, um den Wettbewerb zu beleben. Für Mozilla sind die Ergebnisse nicht nur ein wirtschaftlicher Erfolg, sondern auch eine Bestätigung der eigenen Mission: ein offenes, unabhängiges Web zu fördern. Für die EU-Kommission dürften die Daten als Argument dienen, den DMA konsequent durchzusetzen und bei Bedarf weiterzuentwickeln. Und für Nutzer bedeutet es: Wer aktiv wählt, bleibt dabei – ein Plädoyer für mehr bewusste Entscheidungen im digitalen Alltag.
Quellen: stadt-bremerhaven