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1. April 2026 2 Min. Lesezeit

DRAM-Preiskrise bedroht den Hobbyisten-SBC-Markt existenziell

Steigende LPDDR4-Preise zwingen Raspberry Pi zu erneuten Preiserhöhungen. Experten warnen: Der Hobbyisten-SBC-Markt steht vor dem Kollaps.

Der Markt für Single-Board-Computer (SBCs) steckt in einer ernsthaften Krise. Ausgelöst wird diese durch massiv gestiegene DRAM-Preise, die mittlerweile den Löwenanteil der Herstellungskosten eines typischen SBC ausmachen. Raspberry Pi hat kürzlich erneute Preiserhöhungen für alle Modelle mit LPDDR4-RAM angekündigt – ein deutliches Signal, dass die Situation sich weiter verschärft. Das Modell Pi 5 mit 16 GB RAM kostet nun deutlich mehr als noch vor wenigen Monaten, und selbst ein neu eingeführtes „right-sized" Pi 4 mit 3 GB RAM schlägt mit rund 83,75 US-Dollar zu Buche.

LPDDR4 als Kostentreiber Nummer eins

Der Kern des Problems liegt in der Preisgestaltung von LPDDR4- und LPDDR5-Chips, die in modernen SBCs mit 4, 8 oder 16 GB RAM verbaut werden. Laut Angaben mehrerer SBC-Hersteller machen diese Speicherbausteine mittlerweile den größten Einzelposten in der Stückkostenkalkulation aus – noch vor dem eigentlichen SoC (System-on-Chip). Das ist eine dramatische Verschiebung gegenüber früheren Jahren, als RAM vergleichsweise günstig war und Hersteller attraktive Einstiegspreise anbieten konnten.

Die Folgen sind bereits deutlich spürbar: Die Zahl neu angekündigter SBC-Boards ist laut Marktbeobachtern stark zurückgegangen. Als einer der wenigen Anbieter, der aktuell noch aktiv neue Boards auf den Markt bringt, wird Radxa genannt. Andere Hersteller halten sich zurück oder haben ihre Produktpläne ganz auf Eis gelegt. Das trifft nicht nur Raspberry Pi, sondern die gesamte Branche – von Orange Pi über Rock Pi bis hin zu kleineren Nischenanbietern.

Was bedeutet das für Maker, Entwickler und Bildungseinrichtungen?

SBCs wie der Raspberry Pi sind weit mehr als Spielzeug für Hobbyisten. Sie werden weltweit in der Bildung, im Prototyping, in der Heimautomatisierung und in industriellen IoT-Projekten eingesetzt. Schulen und Universitäten nutzen sie als günstigen Einstieg in die Welt der Programmierung und Elektronik. Wenn die Preise weiter steigen, verlieren diese Boards ihren zentralen Vorteil: die Zugänglichkeit. Ein Raspberry Pi, der früher für 35 bis 55 US-Dollar zu haben war, nähert sich bei höheren RAM-Konfigurationen der 100-Dollar-Marke – Territorium, das bislang günstigen x86-Minicomputern vorbehalten war.

Hinzu kommt der Wettbewerbsdruck durch günstige Mini-PCs aus China, die mit Intel N100 oder ähnlichen Chips ausgestattet sind und für vergleichbare Preise deutlich mehr Rechenleistung bieten. Diese Geräte laufen mit Standard-x86-Software, was sie für viele Anwendungsfälle attraktiver macht – auch wenn sie die GPIO-Pins und den Community-Support eines Raspberry Pi nicht ersetzen können.

Strukturelle Ursachen und Ausblick

Die DRAM-Preissituation ist kein vorübergehendes Phänomen. Globale Lieferkettenprobleme, gestiegene Energiekosten bei der Chipproduktion sowie eine hohe Nachfrage durch KI-Infrastruktur und Smartphones setzen den Speichermarkt unter Druck. Solange sich diese Rahmenbedingungen nicht grundlegend ändern, dürfte der Preisdruck auf SBC-Hersteller anhalten. Experten wie Jeff Geerling, ein bekannter Raspberry-Pi-Enthusiast und Tech-Blogger, warnen offen: Ohne eine Trendwende bei den DRAM-Preisen könnte der Hobbyisten-SBC-Markt langfristig auf dem Sterbebett liegen – oder zumindest auf wenige Nischenprodukte schrumpfen, die sich nur noch ein kleineres Publikum leisten kann.

Quellen: Hacker News

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