Die Tech-Welt steht nie still – und die aktuellen Meldungen aus dem Software- und Hardware-Bereich zeigen einmal mehr, in welche Richtungen sich die Branche bewegt. Von künstlicher Intelligenz über selbst gehostete Anwendungen bis hin zu strategischen Kurswechseln bei großen Herstellern gibt es einiges zu berichten.
OpenAI verbessert ChatGPTs Gedächtnis mit "Dreaming V3"
Wer regelmäßig mit ChatGPT arbeitet, kennt das Problem: Der Chatbot vergisst nach wenigen Tagen relevante Informationen, die man ihm mitgeteilt hat, oder greift auf veraltete Kontextdaten zurück. OpenAI adressiert dieses grundlegende Problem nun mit einem überarbeiteten Gedächtnissystem namens Dreaming, das aktuell auf Version 3 aktualisiert wird. Bisher standen zwei Mechanismen zur Verfügung: explizites Merken auf Nutzeranweisung sowie ein automatisches Hintergrundlernen aus dem Gesprächskontext – letzteres war jedoch fehleranfällig und inkonsistent. Das neue System soll dafür sorgen, dass Informationen über längere Zeiträume kohärent gespeichert und Zusammenhänge nicht verloren gehen. Für Power-User, die ChatGPT als dauerhaften digitalen Assistenten einsetzen, ist das eine bedeutende Verbesserung. Die Entwicklung zeigt zudem, dass OpenAI zunehmend auf persistente KI-Beziehungen setzt – ein Trend, der die gesamte Branche beschäftigt.
Apple legt Vision Pro auf Eis – AR-Brillen für 2027 geplant
Apples Vision Pro war technisch ein Meilenstein, scheiterte jedoch am Markt: Für knapp 3.500 US-Dollar war das Headset für die breite Masse schlicht unerschwinglich, und auch die Nutzungsszenarien überzeugten viele Käufer nicht nachhaltig. Laut Analyst Ming-Chi Kuo soll Apple die Entwicklung direkter Nachfolgemodelle vorerst pausiert haben. Stattdessen richtet sich der Fokus auf leichtere, KI-gestützte AR-Brillen mit transparenten Displays – Geräte, die sich unauffälliger in den Alltag integrieren lassen. Als Zieldatum für einen Markteintritt wird 2027 genannt. Ob die Vision-Pro-Linie vollständig eingestellt oder lediglich verlangsamt wird, bleibt offen. Klar ist jedoch: Apple verfolgt eine ähnliche Strategie wie Meta mit der Ray-Ban-Kooperation – weg vom klobigen Headset, hin zur alltagstauglichen Brille.
UGREEN NAS erhält Notiz-App – Schritt Richtung Self-Hosting
Der NAS-Hersteller UGREEN erweitert sein Betriebssystem UGOS Pro um eine eigene Notiz-Anwendung. Die App steht ab sofort in Version 1.0.0.0070 im App Center zum Download bereit und positioniert das NAS als lokale Alternative zu Cloud-Diensten wie Notion oder Evernote. Technisch setzt UGREEN auf Markdown als Formatierungsgrundlage, unterstützt aber auch einfache Texteingabe. Die Struktur orientiert sich an klassischen Notizbüchern mit Abschnitten, Stapelaktionen ermöglichen die Verwaltung großer Mengen an Einträgen. Zugang ist per Webbrowser sowie über die UGREEN-Mobilapp möglich. Der Export funktioniert in Markdown- und weiteren Formaten. Die Entwicklung passt zum wachsenden Trend des Self-Hosting: Immer mehr Nutzer möchten ihre Daten lokal kontrollieren, statt sie auf fremden Servern zu lagern.
RetroMac bringt CRT-Nostalgie auf moderne Macs
Für macOS-Nutzer mit Nostalgiefaktor gibt es mit RetroMac eine interessante Spielerei: Die App legt Retro-Filter über den gesamten Bildschirm, einzelne Monitore oder spezifische Fenster und simuliert dabei die Optik von Röhrenfernsehern, Game Boys oder VHS-Material. Die kostenlose Version enthält acht Shader-Voreinstellungen, darunter CRT Royal und Macintosh Classic. Für eine einmalige Zahlung von 8,88 Euro – kein Abo – schaltet man über 30 weitere Presets frei, darunter Sony Trinitron, NTSC und sogar ein BeOS-Design. Auch die Webcam lässt sich mit den Effekten belegen, was für Videocalls einen ungewöhnlichen Look erzeugt. Ein Nischenprodukt, aber eines mit klarem Konzept und fairer Preisgestaltung.
Epic Games Store: Kostenlose Spiele der Woche
Auch im Gaming-Bereich gibt es Neuigkeiten: Der Epic Games Store bietet aktuell wieder kostenlose Titel an. Darunter befindet sich Rogue Waters, ein Piraten-Abenteuer mit taktischen Elementen rund um Captain Cutter, sowie Songs of Conquest, ein rundenbasiertes Strategiespiel. Beide Titel können für kurze Zeit ohne Zusatzkosten in die Bibliothek übernommen werden – eine Praxis, mit der Epic seit Jahren Nutzer auf seine Plattform zieht und sich gegenüber Steam zu profilieren versucht.
Quellen: stadt-bremerhaven