Gleich drei relevante Entwicklungen aus der Tech-Welt verdienen heute einen genaueren Blick: Apple eskaliert seinen jahrelangen Rechtsstreit mit Epic Games auf die höchste juristische Ebene der USA, Google bringt eine praktische KI-Funktion für Foto-Enthusiasten auf Android-Geräte weltweit, und Disney erweitert sein Streaming-Ökosystem durch die Integration von ESPN in 53 weitere Länder und Territorien.
Apple vs. Epic: Der nächste Akt vor dem Supreme Court
Der Konflikt zwischen Apple und Epic Games zieht sich bereits seit 2020 hin – und ein Ende ist weiterhin nicht in Sicht. Damals hatte Epic in seiner populären Spieleplattform Fortnite kurzerhand ein eigenes Bezahlsystem eingebaut, um die Provisionszahlungen an Apple zu umgehen. Apple reagierte mit dem Rauswurf aus dem App Store, woraufhin Epic klagte. 2021 entschied ein Gericht zwar überwiegend zugunsten von Apple, da keine Monopolstellung nachgewiesen werden konnte – doch ein zentraler Punkt blieb strittig: die Frage, ob Apple externe Zahlungsmethoden behindern darf und wie hoch die Gebühren dafür sein dürfen.
Ein Berufungsgericht legte Apple zuletzt Beschränkungen bei der Berechnung von Gebühren für externe Zahlungsoptionen auf. Nun will Apple dieses Urteil nicht nur anfechten, sondern gleichzeitig auch dessen Vollstreckung aussetzen lassen, bis der Supreme Court eine Entscheidung trifft. Das Verfahren hat weitreichende Bedeutung: Es berührt grundlegende Fragen zur Marktmacht großer App-Store-Betreiber und könnte Präzedenzwirkung für die gesamte Plattformwirtschaft entfalten – nicht nur in den USA, sondern auch mit Blick auf ähnliche regulatorische Debatten in der EU.
Google Fotos: KI übernimmt die Bildbearbeitung auf Knopfdruck
Wer seine Fotos bislang mühsam per Hand in Reglern für Helligkeit, Kontrast, Sättigung und Weißabgleich optimiert hat, bekommt von Google nun Unterstützung durch künstliche Intelligenz. In der Bearbeitungsansicht von Google Fotos erscheint auf Android-Geräten ein neuer Button namens „KI-Optimierung". Ein einziger Tipp genügt, und die App analysiert das Bild automatisch: Schatten werden aufgehellt, überbelichtete Bereiche leicht abgedämpft, Kontraste nachgezogen und der Weißabgleich korrigiert.
Die Funktion richtet sich vor allem an Gelegenheitsfotografen, die schnelle Ergebnisse ohne tiefes Einarbeiten in Bildbearbeitungswerkzeuge wünschen. Fortgeschrittene Nutzer können das KI-Ergebnis als Ausgangspunkt nehmen und anschließend manuell nachfeinjustieren. Laut Google ist die Funktion nun weltweit für Android verfügbar, wobei die genaue Platzierung des Buttons je nach Gerät und Software-Version leicht variieren kann. Die Ausrollung unterstreicht Googles Strategie, KI-Funktionen tief in seine bestehenden Apps zu integrieren – ähnlich wie es der Konzern mit dem „Magic Eraser" oder der Bildgenerierung in weiteren Produkten bereits getan hat.
ESPN auf Disney+: Sportstreaming in 100 Märkten weltweit
Disney setzt seinen Kurs fort, das eigene Streaming-Angebot zu konsolidieren und zu erweitern. Mit dem offiziellen Start von ESPN innerhalb der Disney+-App in Europa sowie ausgewählten Märkten in Asien – darunter Japan, Südkorea, Singapur, Taiwan und Hongkong – erreicht der Sportkanal nun nach eigenen Angaben rund 100 Märkte weltweit. Nutzer in den 53 neu hinzugekommenen Ländern und Territorien müssen keine separate App installieren, sondern finden Live-Sport und ESPN-Inhalte direkt neben Serien, Filmen und Kinderangeboten in der gewohnten Disney+-Oberfläche.
Für Europa bedeutet das eine sinnvolle Bündelung bestehender Sportrechte, die Disney auf dem Kontinent ohnehin hält. In den asiatischen Märkten startet ESPN zunächst mit einer kuratierten Auswahl englischsprachiger Inhalte – der vollständige Funktionsumfang variiert also je nach Region erheblich. Die Integration ist Teil eines größeren Trends: Streaming-Anbieter versuchen zunehmend, durch die Kombination von Sport, Entertainment und Kinderinhalten die Abonnentenbindung zu erhöhen und die Attraktivität ihrer Plattformen gegenüber Konkurrenten wie Netflix oder Amazon Prime Video zu steigern.
Quellen: stadt-bremerhaven