Adobe hat mit Photoshop 27.7 ein Update veröffentlicht, das eine der gefragtesten Funktionen der Software um eine wichtige Fähigkeit erweitert: Das Entfernen-Werkzeug – bekannt für seine KI-gestützte Fähigkeit, unerwünschte Objekte aus Fotos zu tilgen – kann nun wahlweise vollständig lokal auf dem eigenen Gerät arbeiten. Das klingt nach einer kleinen technischen Randnotiz, ist aber in der Praxis für viele Nutzer ein echter Paradigmenwechsel.
Offline-Fähigkeit und Datenschutz als Kernargumente
Bislang war die KI-gestützte Bildbearbeitung in Photoshop eng an Adobes Cloud-Infrastruktur geknüpft. Wer das Entfernen-Werkzeug nutzte, schickte seine Bilddaten zur Verarbeitung an Adobe-Server – eine Praxis, die insbesondere in professionellen Umgebungen, bei vertraulichen Projekten oder unter strengen Datenschutzrichtlinien problematisch sein kann. Mit Version 27.7 ändert sich das grundlegend: Nach dem einmaligen Download des lokalen KI-Modells läuft die gesamte Verarbeitung auf dem eigenen Rechner ab. Bilddaten verlassen das Gerät nicht mehr, und die Funktion steht auch ohne aktive Internetverbindung zur Verfügung.
Adobe gibt Nutzern dabei die volle Kontrolle: Das Modell lässt sich herunterladen, der Download bei Bedarf abbrechen und das Modell auch wieder deinstallieren. Vor dem Download prüft Photoshop automatisch, ob die vorhandene Hardware die notwendigen Anforderungen erfüllt – denn lokale KI-Modelle stellen gewisse Mindestanforderungen an Prozessor und Arbeitsspeicher, die nicht jedes System erfüllt.
Einordnung: Der Trend zu On-Device-KI
Adobes Schritt passt in einen breiteren Branchentrend. Immer mehr Softwareanbieter erkennen, dass reine Cloud-KI zwar einfach zu skalieren ist, aber erhebliche Nachteile mit sich bringt: Latenz, Abhängigkeit von einer stabilen Verbindung und eben Datenschutzbedenken. Apple setzt mit seinen On-Device-Modellen seit Jahren auf lokale Verarbeitung, Microsoft integriert KI-Funktionen zunehmend direkt in Windows, und auch Google experimentiert mit lokal laufenden Modellen in Chrome und Android. Adobe reagiert mit diesem Update auf den wachsenden Druck aus der Profi-Community, die sensible Kundendaten nicht in fremde Clouds hochladen möchte.
Gerade für Fotografen, Grafikdesigner und Medienproduzenten, die mit urheberrechtlich geschütztem oder vertraulichem Bildmaterial arbeiten, ist die lokale Verarbeitung ein bedeutsamer Fortschritt. Unternehmen mit strengen IT-Sicherheitsrichtlinien konnten Cloud-basierte KI-Funktionen bislang oft gar nicht nutzen – das ändert sich nun.
Was bleibt, was sich ändert
Wichtig zu verstehen: Adobe behält die Cloud-Option weiterhin bei. Nutzer können zwischen beiden Modi wechseln, je nach Situation und Präferenz. Wer ein leistungsschwächeres Gerät besitzt, das die Hardware-Anforderungen für das lokale Modell nicht erfüllt, bleibt auf die Cloud-Variante angewiesen. Hier zeigt sich eine kluge Strategie: Adobe schließt niemanden aus, erweitert aber die Wahlmöglichkeiten erheblich.
Mit Photoshop 27.7 setzt Adobe ein klares Signal: Datenschutz und Offline-Fähigkeit sind keine Nischenanforderungen mehr, sondern zentrale Features moderner Kreativsoftware. Für die Konkurrenz – etwa Affinity Photo oder die wachsende Zahl KI-gestützter Bildbearbeitungs-Tools – erhöht Adobe damit die Messlatte spürbar.
Quellen: stadt-bremerhaven